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Sonntag, 14. Juni 2015

Vom Wissen, der Rückkehr zum Sommer und einer Erdbeerroulade


Jetzt kann der Sommer beginnen – also nicht nur in der Theorie wie bisher. Das Haus darf wieder verlassen werden, die Augen können sich langsam wieder an das Sonnenlicht gewöhnen und die frische Luft ist förmlich zum Luxus geworden. Was wie Entbehrung auf höchster Stufe klingt, ist auch so. Immerhin war Lernzeit, eine wie sie bisher noch nie da gewesen ist. Nicht, weil ich sonst einfach nicht gelernt hab, sondern weil ich stolz berichten kann, dass ich meine Diplomprüfung hatte und erfreulicherweise auch mit einem sehr zufriedenstellenden Ergebnis erledigt habe. Seit Freitag darf ich mich also Psychologin nennen. Was natürlich auch bedeutet, dass die lahme Antwort: "Ich weiß das noch nicht, ich bin ja nur Studentin", hinter der man sich mit steigender Semesterzahl zu gerne versteckt, nicht mehr zieht. Das Gefühl des (All-)Wissens nimmt demnach proportional zur Dauer ab, während die Ehrfurcht vor der Individualität des Menschen stark ansteigt. Ein Phänomen, das jeder Psychologiestudent am eigenen Leib unter wenig standardisierten und rein subjektiven Bedingungen erforscht hat. Deswegen wird weiter nach mehr Wissen in Form von postgraduellen Ausbildungen gesucht, bis ich es gefunden habe werd' ich aber zuerst die neu entdeckten Sonnenstrahlen genießen und mir ein Katzenleben machen.
Und was passt dazu besser als Erdbeeren...



6 Eier
120g Zucker
1 EL Vanillezucker
1 Prise Salz
150g Mehl
1 Messerspitze Backpulver

3 EL Mascarpone
150ml Schlagobers
2-3 TL Vanillezucker
Zitronensaft

ca. 10 Erdbeeren (je nach Größe)

Die Eier werden getrennt, das Weiße davon wird gemeinsam mit einer Prise Salz zu Schnee und mit 50g Zucker weiter geschlagen. Den Zucker lässt man übrigens langsam einrieseln. Das Gelbe wird mit 5 EL Wasser schaumig geschlagen, danach kommt der restliche Zucker und der Vanillezucker dazu und zwar solang bis es eine helle dickschaumige Masse ist. Danach wird der Schnee darauf verteilt und auch eine Mischung aus Mehl und dem Backpulver darüber gesiebt. Jetzt wird händisch alles mit einander vermengt (händisch bedeutet natürlich mit einem Löffel oder ähnlichem, die Hände müssen bzw. sollen es nicht unbedingt sein). Jetzt wird der Ofen auf 180° Heißluft vorgeheizt, der Teig auf einem mit Backpapier ausgelegtem Blech verstrichen und für ca. 12 Minuten gebacken. Bis er goldbraun ist.



In der Zwischenzeit werden die Erdbeeren gewürfelt und mit etwas Vanillezucker in einem Topf weichgekocht. Wer will, kann an dieser Stelle auch gern einen Schuss Contrieu dazu geben.
Für die Füllung wird zuerst das Schlagobers steif geschlagen und unter die Mascarpone gehoben. Auch hier wieder Vanillezucker rein und etwas Zitronensaft.
Ist der Biskuit fertig gebacken stürzt man ihn auf ein Küchentuch (eventuell das Tuch zuerst mit Zucker bestreuen) und befeuchtet das Backpapier, damit man es langsam abziehen kann. Dann rollt man den Teig samt Tuch auf. Ist er ausgekühlt wird er gefüllt mit der Creme und der Erdbeermasse und wieder eingerollt. Jetzt oben noch ein paar Tupfen Creme und Erdbeeren platzieren oder nach Belieben dekorieren.



Viel Erfolg bei allen kommenden Prüfungen – seien sie von der Uni oder vom Leben!

Samstag, 4. April 2015

Eine Osterwanderung und Ricotta-Pancakes mit Erdbeersauce


Diese Woche hat das Wetter alles gezeigt, was es so zu bieten hat – 50 shades of weather sozusagen. In der einen Minute (oder Sekunde) strahlt die Sonne herunter, dass man den Bikini aus dem Kleiderschrank zerren will und in der anderen beginnt ein Schneesturm, der einen panisch nach der Pudelmütze suchen lässt. Letztere wurde ja bereits hoffnungsvoll verstaut. Nichts desto trotz, haben die Liebe und ich den Kampf um den Frühling nicht aufgegeben und sind losgezogen um zu Wandern. Anfangs begeistert von der Idee, später skeptisch wegen des 15cm hohen Schnees. Aber auch mit der Beständigkeit des Schnees verhielt es sich ähnlich wie mit dem Wetter – ein paar Schritte auf schönstem Moos, 10 Meter weiter rutscht man den Berg am Schnee hinab.



Tapfer gingen wir durch dieses Martyrium, um Stunden später völlig erschöpft ins Auto zu plumpsen. Während ich vollends zufrieden mit meiner Leistung war, zeigte sich die Liebe doch ein bisserl enttäuscht, zumal wir an einem Wisentpfad gewandert sind und kein einziges (sondern nur Hühner) gesehen haben. Es liegt auf der Hand, dass für die Vertreibung der wilden Tiere nur einer verantwortlich sein kann. Das Stadtkind – also ich. Davon getröstet, dass so eine Wanderung einen vor den Ostervorbereitungen bewahrt, sich Ricotta-Pancakes für den Ostertisch aber bestimmt ausgehen, haben wir uns wieder auf den Heimweg gemacht.

2 Eier
150g Mehl
150ml Milch
150g Ricotta
1-2 EL Zucker
1/2 TL Backpulver
etwas Zimt
Zitronensaft
Pflanzenöl

500g Erdbeeren
Zitronensaft
2 EL Vanillezucker
Grand Marnier
Vanilleessenz



Zuerst werden die Erdbeeren geschnitten und in einem Topf mit etwas Zitronensaft aufgekocht. Dazu kommt auch der Vanillezucker, die Vanilleessenz und ein Schuss Grand Manier. So lässt man alles ein wenig einkochen und abschließend abkühlen.
Für die Pancakes wird das Eiklar zu Schnee geschlagen und in einer anderen Schüssel die Dotter (Eigelb), die Milch, der Ricotta, der Zucker, das Backpulver, Zimt und Zitronensaft vermischt. So wird der Schnee untergehoben und etwas Öl in der Pfanne erhitzt. Darin brät man die Pancakes auf beiden Seiten an.





Frohe Ostern!

Sonntag, 15. Juni 2014

Chia und die Hochzeitssaison



Die Hochzeitssaison ist ja mittlerweile schon voll im Gange. Überall wird Geschirr zerdeppert, Tauben fliegen gelassen und auf die Liebe geschworen. Bald sind alle in diesem besagten heiratsfähigen Alter und auch die Einladungen flattern vermehrt daher. Schön. Wär' da nur nicht das ewige Dilemma um das passende Kleid. Schwarz geht nicht, rot geht nicht und weiß ja bekanntlich sowieso nicht. Und gerade wenn eines für einen solchen Anlass gesucht wird, findet man's nicht. Oder die passenden Accessoires dazu. Furchtbar.
Weniger furchtbar ist's um das Essen bestellt an einem solchen Tag. Da sollt' ja nunmal alles da sein, was das Herz begehrt. Hat das Event halt so an sich. Damit sich auch jeder am Dessertbuffet erfreuen kann, gibt's hier ein veganes Küchlein, das super schmeckt und auch recht nett anzuschauen ist.



200g Mehl
80g brauner Zucker
Vanillezucker
2 TL Backpulver
120g vegane Margarine
2 EL Mandelmilch

2 Tassen Mandelmilch
2 EL Vanillepudding
2 EL Chia Samen
Agavendicksaft

Beeren




Die obere Liste wird zu einem Teig verknetet, der für ca. 1/2 Stunde ruhen darf. In der Zwischenzeit kann schon mal die Milch aufgekocht werden und der Vanillepudding eingerührt werden. Auch die Chia Samen und der Agavendicksaft kommen hinzu. Ist alles ein wenig angedickt, runter vom Herd und ruhen lassen (sollte der Pudding noch zu flüßig sein, einfach nochmal aufkochen und ein wenig mehr Puddingpulver dazu). Der Teig kommt jetzt in kleine Tartelettförmchen, wird eingestochen und wartet nochmal im Kühlschrank bis der Ofen auf 180° Heißluft vorgeheizt ist. Jetzt rein damit und für 15-20 Minuten backen lassen. Ist er abgekühlt, kommen der Pudding und auch die Beeren d'rauf.



Love is all around!



Samstag, 19. April 2014

Süßes darf auf dem Tisch nicht fehlen – Brioche und seine süß-saure Begleitung


Wenn's um die Frage geht, ob ein kulinarischer Genuss mit etwas Süßem oder Saurem (Herzhaftem) zu Ende gehen soll, scheiden sich bekanntlich die Geister. Also Käse oder Zucker? Eine Glaubensfrage vermutlich. Klar ist aber, dass irgendwo im Menü was Süßes sein MUSS. Ja, muss. Da kommt man nicht d'rum rum. Zumindest nicht in meiner Vorstellung – da könnten gut auch alle Gänge süß sein. Vermutlich spricht da aber gerade der Zuckerschock aus mir. Denn als Vorbereitung für die süße Komponente des Osterbrunchs gibt's hier schon mal Brioche und zwar in Begleitung von Rhabarber und Erdbeeren. Was so toll an Brioche ist? Na, man kann ihn auch einfach mit was Saurem belegen. Auf jeden Fall gehört er aber zu Ostern wie das Ei zur Henne – ob als Zopf oder Knopf.



250g Mehl
75g weiche Butter
20g Germ (Hefe)
1-2 EL Zucker
3 Eier
1 TL Kardamom
1 TL Steinweichsel
Prise Salz

2-3 Stangen Rhabarber
7-10 Erdbeeren
1 EL Vanillezucker
1-2 EL Zucker
Speisestärke




Am Vortag löst man den Germ schon mal in 2 EL lauwarmen Wasser auf und gibt auch 1 TL Zucker dazu. So gießt man sie dann zu 25g Mehl und verknetet's. An einem warmen Ort lässt man den Vorteig eine Nacht lang ruhen. Am nächsten Tag vermengt man das restliche Mehl, mit einem Ei, Zucker, der Prise Salz und dem gemahlen Kardamom und Steinweichsel. Danach knetet man noch ein Ei und portionsweise die weiche Butter unter und vermischt die beiden Teige. Nochmal ca. 2h ruhen lassen (kann man auch bei 50° im Ofen machen) und dann größere und kleiner Kugeln formen. Die größeren werden auf ein Backblech gelegt, etwas angedrückt und mit einer kleineren getoppt. Bei 180° Ober- Unterhitze ca. 30 Minuten in den Ofen und am besten warm verzehren.

Bis der Brioche fertig gebacken ist, schält man den Rhabarber und schneidet ihn wie auch die Erdbeeren klein. Rein in einen Topf, ein bisserl Wasser dazu und schön erhitzen. Zuckern und köcheln lassen bis alles zu einer schönen Masse geworden ist. Gebunden wird noch mit Speisestärke und dann darf die süß-saure Sünde auch schon auskühlen.





Grüße vom Ostertisch!



Sonntag, 2. März 2014

Die erste Mädchentorte


So unglaublich süß! Zum Fressen! Nein, wirklich einfach nur zum Anbeißen!
Na ausnahmsweise geht's grad nicht um's Essen oder Naschen, sondern um das liebste Butzi überhaupt. Zugegebenermaßen könnte da eine gewisse Parteilichkeit unterstellt werden. Aber bitte sind wir mal nicht so.


Ein Baby wie's im Buche steht – also im positiven Sinn, versteht sich. Immerhin weint sie nur, wenn niemand außer ihren Eltern in Reichweite ist. Schon jetzt solche Manieren! Es besteht also Grund zur Annahme, dass sie auch später kein großer Fan von öffentlichen Szenen sein wird.
Aber genug der Lobeshymnen auf das hübscheste, süßeste, bravste, entzückendste, ... Butzilein der Welt. Hach, das ufert ja tatsächlich aus! Jedenfalls hatte sie gerade ihren ersten großen Tag. Ihre Taufe. Dafür braucht's natürlich eine wunderbare Mädchentorte. Die soll sie auch haben! Dabei hat sie sich aber natürlich nicht lumpen lassen und gleich mal den Rührbesen von der Urlioma an sich gerissen. Das Ergebnis kann sich sehen und schmecken lassen, auch wenn sie wohl doch die Milch vorgezogen hat. Ob's ihr dann doch zu rosa geworden ist?





150g Butter
5 Eier
135g Zucker
ca. 1 EL Vanillezucker
6 EL Milch
Rum
200g Mehl
100g Mandeln
1 Pkg. Backpulver
2 EL Joghurt (10%)

250g Butter
300g Staubzucker
Vanilleextrakt
2 EL Milch
1/2 Zitrone
Erdbeermarmelade

Für den Teig schlägt man die Butter, den Zucker, den Vanillezucker und die Dotter schaumig. Dazu kommt dann die Milch und der Rum nach Belieben. Das Mehl wird mit dem Backpulver vermischt und wird darunter gemixt. Die Mandeln und das Joghurt werden natürlich auch nicht vergessen, bevor der geschlagene Schnee untergehoben wird. Ab in eine Tortenform und in den Ofen bei 180° Heißluft für ungefähr 45 Minuten.

Ist der Teig abgekühlt, kommt er aus der Form. Und schon kann man sich der Buttercreme widmen. Dazu empfiehlt sich der Einsatz einer Küchenmaschine oder von viel Geduld. Die SEHR weiche Butter wird nämlich für etwa 10 Minuten geschlagen, danach is' die dann sehr schön weiß. Die Farbe wird unterstützt von der ersten Hälfte des Staubzucker und danach von der zweiten. Ein paar Tröpfchen Vanillemark, Milch und Zitronensaft machen's dann besonders g'schmackig.



Die Torte wird zweimal durchgeschnitten und jeweils mit Buttercreme und Marmelade bestrichen. Die die Teile wieder zusammengesetzt wird zuerst alles mit einer ganz ganz dünnen Schicht von der Creme bestrichen, anschließend teilt man den Rest in zwei und färbt einen rosa ein. Mit der rosa Creme bedeckt man die obere Fläche gleichmäßig und zieht sie ein bisserl über die Ecken d'rüber. Danach nimmt man die weiße und beginnt unten. Am besten platziert man die Torte übrigens auf einen Drehteller. So dreht man den Teller einfach während man mit dem Tortenspachtel (ich hab ja keine Ahnung wie das heißt) die Creme verstreicht. Das macht man so lang, bis die zwei Farben ineinander gehen. Krönen kann man die Torte z.B. mit ein paar Silberkügelchen.



Willkommen im (süßen) Leben, liebe Sophie Rosalie!



Freitag, 14. Februar 2014

Weil's nur auf'm Teller scheitert – Zeit für die Liebe


Die Vorbereitungen für den Tag der Liebe laufen ja nun bestimmt schon einige Wochen. Menüs zur Verführung, Tipps für einen liebevollen (heißen) Abend und auch Last Minute Geschenke für's Herzerl rauschen nur so durch die Medienkanäle. Wer also am allseits gefeierten Valentinstag keine Lust auf Liebe und Co. hat, scheint damit ziemlich allein da zu stehen. Das soll jetzt natürlich kein Wink mit dem Zaunpfahl Richtung Single-Dasein sein. Ehrlich.
Weil hier wird ja auch ein Dessert gezaubert, dem der Beziehungsstatus ganz und gar egal ist. Von "es ist kompliziert" bis "glücklicher Single" wird damit garantiert alles abgedeckt. Einfach, weil man einen Scheiterhaufen interpretieren kann wie man will. Eine gescheiterte Beziehung? Die Schwiegermutter auf dem Scheiterhaufen? Die große Liebe, die nie scheitern wird?
Jaja, ganz recht, da werden eben alle bedient. Das finden zumindest auch die Elfi und der Hansl – und die müssen's mit ihren mehr als 6 Jahrzehnten Liebe auch wissen.



In dieser Form verspricht der Scheiterhaufen das Glück "in" Rot – egal, ob in Zweisam- oder Einsamkeit:

1 Milchbrötchen (am besten gleich eins mit Rosinen)
8-10 Erdbeeren (TK reichen völlig aus)
80ml Schlagobers
1 Ei
Vanillezucker
Vanillearoma
Zimt
1-2 TL Puddingpulver (Vanille)
Spritzer Zitronensaft




Für zwei Personen nimmt man zwei kleine Weckgläser zur Hand schichtet zuerst etwas zerrissene Milchbrötchen, in Spalten geschnittene (leicht angetaute) Erdbeeren, dann Milchbrötchen, Erdbeeren und zum Schluss wieder etwas Milchbrötchen. Man kann auch ein bisserl mehr Schichten machen, wenn man mag. Die Brötchen sollten aber tatsächlich den Abschluss bilden. Je nach Größe der Erdbeeren, braucht man etwa 2 pro Glas. Übergossen werden die Schichten mit einer Mischung aus Schlagobers, einem Ei, 1 TL Vanillezucker, etwas Vanillearoma und Zimt. So kommen die Gläschen für ca. 15 Minuten bei 170° Heißluft in den Ofen.


In der Zwischenzeit nimmt man die restlichen Erdbeeren (die Größe spielt wieder eine entscheidende Rolle) und gibt sie in einen Topf, in dem man sie bei mittlerer Hitze etwas zerfließen lässt. Ein kleiner Schluck Wasser darf auch dazu, dabei kommt's aber d'rauf an, wie weit sie schon aufgetaut sind. Dazu kommen dann noch die TL mit dem Puddingpulver und nochmals 1-2 TL Vanillezucker. Bei der Zuckermenge kann je nach (Süße-)Wunsch variiert werden. Ein Spritzer Zitronensaft rundet alles noch ein bisserl ab. Weg vom Herd und solang bis die kleinen Scheiterhaufen im Glas raus aus dem Ofen dürfen, abkühlen lassen. So dickt alles noch schön ein.
Sobald man die Gläschen nämlich anfassen kann, wird gerecht auf beide etwas von dem Erdbeermus aufgeteilt.
Danach schlägt man den Rest des Bechers Schlagobers mit etwas Vanillezucker steif und verpasst beiden noch ein hübsches Häubchen. Ist ja auch kalt draußen.



All you need is Scheiterhaufen!


Mittwoch, 7. August 2013

Früchte in ihrer süßesten Form – Marmelade

Wer gern Marmelade isst, der hat selbstgemachte Marmelade meist am liebsten. Bisher war ich dazu aber nicht fähig, zu beschäftigt oder vielleicht ein bisserl zu faul. Man weiß es nicht, aber einer dieser Gründe war's bestimmt.

Hat man aber wieder mal einen Baum im Garten, der so viel zu tragen hat, dass er schon nicht mehr weiß wohin damit, muss man schon Erbarmen mit ihm haben. Immerhin hat's mir die Oma Jahrzehnte lang vorgemacht – also wie man sich artgerecht um schwangere Bäume kümmert. Fällt einem kein Kuchen mehr ein, macht man halt Marmelade. Und wenn man dann auch endlich mal genug über das Leben und Leiden eines Baums philosophiert hat (was ich zweifelsfrei nach diesem zweiten Post über die Thematik getan habe), widmet man sich einer wirklich sehr beruhigenden Aufgabe. Eben dem Einkochen.


Man kann ja eigentlich eh alle Früchte zu einer Marmelade verarbeiten und ist man mal im Flow, reichen halt die aus dem eigenen Garten nicht mehr aus. So ist es mir mittlerweile vor einigen Wochen ergangen, weswegen ich da den letzten Rhabarber und die ersten richtig schönen Erdbeeren gekaufte habe.

Pro einem Kilo Früchte nimmt man 1Pkg. Quittin und je nach Süße-Wunsch zusätzlich Rohrzucker.
In meinem Fall lief das so ab:

Erdbeer-Rhabarber-Marmelade:
1 kg Erbeeren & Rhabarber
1 Pkg. Quittin (Einsiedehilfe)
ca. 400g Zucker

Schuss Rum
Mark einer Vanilleschote



Marillenmarmelade:
3kg Marillen
3 Pkg. Quittin
1kg Zucker
Schuss Rum



Dann hält man sich genau an die Angaben auf dem Päckchen Quittin und bekommt wirklich leckere und auch nicht schwer zu meisternde Marmelade. Die Früchte, der Zucker und Quittin kommen in einen Topf. Das Obst wird davor so stark püriert, wie man's gern hat – wenn man lieber mehr Stücke hat, dann heißt's Vorsicht mit dem Zauberstab. Das wird aufgekocht. Es darf an dieser Stelle für ein paar Minuten geblubbert werden, bevor man's in heiß ausgewaschene Gläser füllt.

Auf einem Nussbrot schmeckt's im Übrigen besonders gut.

Auf ein marmeladiges Frühstücken!



Sonntag, 7. Juli 2013

Ein gemeinsames Unterfangen – Strawberry Cheesecake


Da Tschechien und Österreich auf einer sehr vetrauten Ebene verkehren, dachte man sich Anfang des Jahres, dass man sich dieses Nachbarland doch auch mal anschauen könnte. Das klingt jetzt nach einem sehr offiziellen Grund, vielmehr ist es aber ein vorgeschobener – eigentlich wollten wir einfach Prag sehen. Deswegen haben wir uns vom morbiden Wien in's noch morbidere Prag aufgemacht, um dort unter anderem auch kulinarische Eindrücke zu sammeln.



Raus gekommen ist, dass die behmischen Knedln den österreichischen nicht wirklich das Wasser reichen können. Es fehlt ihnen nicht nur an Farbe sondern auch an Geschmack (was ja noch verheerender ist). Um dem Land jetzt aber nicht gänzlich Unrecht zu tun, muss ich die wirklich leckeren Mehlspeisen hervorheben. An denen merkt man wieder, dass allein die Hauptstädte die erwähnte Verbundenheit nicht leugnen können.



Besonders angetan hat's einem aber die Strawberry Cheesecake aus einer kleinen Panaria. Deswegen wurde der Versuch eines Plagiats gestartet, der sich nun mit folgenden Zutaten präsentiert:

1 Pkg. Haferkekse
1/2 Pkg. Butter
1 Pkg. Mascarpone
2 Pkg. Doppelrahmstufe Frischkäse

3 Eier
1 Pkg. Vanillezucker
80g Zucker
3 Blätter Gelatine
Erdbeeren
1 Pkg. Tortengelee

Die Haferkekse bringt man wieder in deren ursprüngliche Form als Krümel zurück, indem man sie entweder in die Küchemaschine gibt, mit dem Nudelholz bearbeitet oder in ein Sackerl gibt und ein paar Mal kräftig d'rauf tritt. Viele Wege führen zu Krümeln. Diese vermischt man mit der geschmolzenen Butter und drückt sie am Boden einer Tortenform fest, bevor sie so in den Kühlschrank wandern.


Dann wendet man sich den Eiern zu, die man trennt und das Gelb gemeinsam mit 50g des Zuckers über einem Wasserbad schaumig rührt. Ist das geschehen, kommt der Mascarpone und der Frischkäse dazu. Das Klar schlägt man mit dem restlichen Zucker zu Schnee und hebt es unter die Käsecreme. Den Vanillezucker darf man natürlich auch nicht vergessen – genauso wie die Gelatine, sonst wird's eher unschön.

Ist alles etwas angekühlt, kommen so viele Erdbeeren d'rauf bis die Oberfläche großteils rot ist. Angehübscht wird's zum Abschluss noch mit dem Tortengelee.





Auf internationale Freundschaften und schöne Urlaube – Mahlzeit!