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Sonntag, 20. Dezember 2015

Rindsrouladen – Hauptspeise für das Weihnachtsmenü


Wo ist denn eigentlich die Zeit geblieben? Also die Adventszeit sowieso, immerhin naht das große Fest mit Riesenschritten, aber auch die Lebenszeit. Die 30 rückt immer näher und die Augen kann man gar nicht mehr so fest zusammenkneifen, um es nicht zu sehen, als dass es was nutzen würd'. Zumal die dadurch entstehenden Falten irgendwann auch nicht mehr weggehen. Nachdem ich jetzt also 27 geworden bin, wird der Körper müder und die Geburtstagswünsche weniger optimistisch. Von "Jetzt wirst du auch endlich erwachsen." bis "Auf ein letztes faltenfreies Jahr!"war dieses Mal alles dabei. Man kann unschwer erkennen, dass das Feiern besser ankommt, wenn es einen anderen Anlass gibt. Aufgrund der zeitlichen Nähe, verkauf ich's in Zukunft halt einfach immer als Weihnachtsfeier. Der Plan geht bestimmt auf. Um weiterhin Schwarzzumalen (so g'hört sich's hierzulande schließlich) möcht' ich auch noch auf die von Jahr zu Jahr abnehmende Anzahl der Geschenke unter dem Christbaum hinweisen. Man möge es sich an dieser Stelle selbst zusammen reimen, welchen Einfluss ein vorweihnachtlicher Geburtstag zusätzlich darauf hat. Aber irgendwo hab ich's munkeln g'hört, dass es ja das Fest der Liebe heißt und nicht das der Geschenke. Ich glaub' da ist was dran. Daneben könnt' es aber das Fest des tollen Essens sein, oder?



4 Rindschnitzel
Dijonsenf
ca. 8 Scheiben Schinkenspeck
8 Kapern
4 Stangen junger Brokkoli
8 eingelegte Zwiebeln
Salz, Pfeffer
Butterschmalz
1 Stange Lauch
2 Karotten
1/2 Sellerie
ca. 1 EL Tomatenmark
350 ml Rinderbrühe
1/2 Rotwein
2 Pimentkörner
2 Wacholderbeeren
2 schwarze Pfefferkörner
1 Rosmarinzweig
ca. 70 ml Schlagobers
Babykarotten, Romanesco, Kaiserschoten
Bandnudeln



Die Schnitzel werden geklopft, mit Senf bestrichen und mit Salz und Pfeffer gewürzt. Gefüllt werden sie mit halbierten Kapern, halbieren eingelegten Zwiebeln und den Brokkolistangen. Die Seiten klappt man ein, rollt die Schnitzel auf und bindet sie mit einem Küchengarn zu. Jetzt in einem Bräter 1 EL Butterschmalz zerlassen und die Rouladen von allen Seiten scharf anbraten. Danach rausgeben und Platz lassen für einen weiteren EL Butterschmalz und die gewürfelten Karotten, Sellerie und Lauch. Alles scharf anbraten, das Tomatenmark dazu geben und mit einem 1/4 l Rotwein ablöschen. Weiter kochen lassen, bis sich der Rotwein am Boden ansetzt und dann mit dem restlichen Rotwein und der Rinderbrühe aufgießen. Würzen mit Piment, Wacholder, schwarzem Pfeffer und dem Rosmarinzweig. Die Rouladen dürfen jetzt auch wieder hinein und ca. 2 Stunden bei mittlerer Hitze köcheln.
In der Zwischenzeit schon mal die Babykarotten, Röschen vom Romanesco und die Kaiserschoten in Salzwasser 5-10 Minuten kochen und anschließend in Eiswasser geben. Kurz bevor die Rouladen fertig sind wird das Gemüse in Butterschmalz angebraten und gesalzen. Auch die Nudeln werden gekocht. Die Rouladen kommen aus der Sauce und in den Ofen bei 60° bis die Sauce fertig ist. Von der nimmt ca. 2/3 des Gemüses raus und püriert es. Anschließend gibt man es wieder dazu und verfeinert alles noch mit ca. 70ml Schlagoberst.
Es kann angerichtet werden.



Ein Schuss weihnachtliche Ironie, bitte!

Sonntag, 6. September 2015

Spätsommer Ravioli ODER winter is coming



Es ist geschafft! Die letzte Hitzewelle und somit auch der Sommer liegen hinter uns. Der September hat den August endlich abgelöst und die Beschwerden über den Regen die über's Schwitzen. Bis auf die Temperaturen hat sich also nicht b'sonders viel geändert. Ein Grund die Stimme für den Herbst zu erheben. Der Nebel und die rauchige Luft sorgen für eine ganz spezielle Atmosphäre, die bunten Farben der Blätter stellen die ausgedörrten Wiesen des Hochsommers in den Schatten und da nicht mehr geschwitzt wird, kann man auch wieder näher zusammenrücken. Besonders verlockend ist auch, dass man immer die Möglichkeit hat mehr Schichten anzuziehen, während die 40° es trotzdem nicht erlauben nackt durch die Straßen zu wandeln. Ist das nicht ein wahres Killer-Argument? Wer jetzt noch nicht völlig überzeugt ist, dem hilft an dieser Stelle nur noch eine Drohung: winter is coming! Nicht schockierend genug, weil alle Staffeln Game of Thrones so manche kalte Winternacht erwärmen? Dann hilft nur eins – den September einfach als Spätsommer bezeichnen und Ravioli aus südlicheren Gefilden genießen.



400g Mehl
100g Grieß
75ml Wasser
3 EL Olivenöl
1 TL Salz
3 Eier

Vegetarier-Füllung:
125g Ricotta
70g Gorgonzola
1 Feige
1 Handvoll Walnüsse
Salz, Pfeffer
1 TL geräucherter Ricotta

Fleischesser-Füllung:
125g Ricotta
italienische Salami
5 getrocknete Tomaten
1 TL Fenchelsamen
1 TL geräucherter Ricotta
Salz, Pfeffer

Ei
Butter
Salbeiblätter




Für den Teig werden das Mehl, Grieß, Wasser, Olivenöl, Salz und die 3 Eier miteinander vermengt und und zu einem glatten Teig verknetet. Er wird zwar nicht aufgehen, es schadet ihm aber nicht, wenn er's anschließend ein wenig warm hat, damit er geschmeidig bleibt.
Die vegetarische Füllung hat als Basis Ricotta, dann gibt man den Gorgonzola in groben Stücken hinein, hackt die Walnüsse und zerteilt auch das Innere der Feige. So wird alles miteinander verrührt bis sich eine homogene Masse ergibt, die man mit Salz, Pfeffer und dem geräucherten Ricotta abschmeckt.
Auch die andere Füllung braucht Ricotta, daneben kommen aber noch Fenchelsamen hinein, die man zuerst mörsert. Von der Salami schneidet man 7 feine Scheiben ab und würfelt sie, genauso wie die getrockneten Tomaten. Gewürzt wird wieder mit dem geräucherten Ricotta, Salz und Pfeffer.
Den Teig lässt man einige Male durch die Nudelmaschine bis er dünn ist und verarbeitet werden kann. Die vorletzte Stufe (6) der Maschine reicht auf jeden Fall. Die Füllung wird darauf verteilt, rund herum mit etwas verquirltem Ei bestrichen und mit einer weiteren Schicht Nudelteig belegt. So können die Ravioli ausgestochen werden und in kochendes, gesalzenes Wasser gegeben werden. Dort bleiben sie etwa so lang bis so oben schwimmen. Danach können sie raus und bekommen einen Mantel aus Salbeibutter, für die man zuerst die Butter erhitzt und anschließend die Salbeiblätter gebraten werden bis sie knusprig sind.





Willkommen wunderschöner Herbst!

Sonntag, 17. August 2014

Elfi und die Eierschwammerl – Pasta mit dem Lieblingspilz



Seit Wochen fragt die Elfi jedes Mal, wenn jemand das Haus verlässt, ob er ihr Eierschwammerl mitbringt. Zugegebenermaßen meistens, wenn dieser jemand einkaufen geht – manchmal aber auch einfach so. Das tut sie wohl, damit sie irgendwann in dieser Saison doch noch auf ihre Kosten kommt. Aber wie das oft so ist, wartet man auf das am längsten, was man sich am meisten wünscht.
Was hier jetzt nach böser Absicht klingt ihr das zu verschmähen, ist aber gar nicht so. Einmal hat man's halt schlicht vergessen, das andere Mal waren die Schwammerl halt nicht aus Österreich (und hier ist man patriotisch) und wieder ein anderes Mal haben die einfach gar nicht so ausg'schaut als ob man die noch essen wollen würd'.
Beim letzten Mal hat sie dann aber welche bekommen – nun gut nicht für lange aber doch. Denn kurz nach der Überreichung hat sich das andere Enkelkind mit Familie angemeldet und die eigenen Eierschwammerl waren zu wenig. Etwas traurig hat die Elfi sie aufopferungsvoll wieder abgegeben. Die Bitte nach wenigstens ein paar war ihr aber im Gesicht abzulesen. Weil man nicht so ist, hat sie ja dann auch was von der Pasta mit Eierschwammerl und frischen Tomaten bekommen. (Auch wenn's ihr eigentlich d'rum ging selbst welche zu verarbeiten.)




1kg Eierschwammerl (Pfifferlinge)
10 kleine Tomaten
Schalotten
2-3 EL Tomatenmark
Schuss Weißwein
ca. 1/2 Becher Schlagobers (Sahne)
Petersilie
Gemüsebrühe
Olivenöl
Salz, Pfeffer

Nudeln

Olivenöl wird in einem Topf erhitzt, um die Schalotten anzuschwitzen. Dazu kommt das Tomatenmark, was etwas "einbrennen" darf. Die Tomaten werden halbiert oder geviertelt. So kommen auch die in den Topf zum anbraten. Ablöschen mit dem Weißwein und jetzt noch die geputzten Eierschwammerl zum braten und köcheln dazu. Mit etwas Gemüsebrühe wird aufgegossen – je nachdem wie viel Flüssigkeit noch von den Schwammerln da ist. Aus dem Kräutergarten kommt in erster Linie Petersilie dazu, was je nach Belieben ergänzt werden kann. Nun das Schlagobers dazu und salzen und pfeffern. Während alles zu einer Sauce wird, werden die Nudeln gekocht. Am Schluss noch abschmecken und servieren.



Keine Sorge, liebe Elfischützer – sie hat mittlerweile auch schon eigene bekommen. Also genussvolles Schlemmen ohne schlechtes Gewissen!

Sonntag, 20. Juli 2014

Ein Sommer in Asien – Glasnudelsalat



Sommer ist für mich ja die Zeit des asiatischen Essens. Die Kombination aus Frische und Schärfe passt einfach ideal zu dieser Jahreszeit. Besonders schön ist das an einem lauen Sommerabend, der die (unliebsame) Hitze des Tages vergessen lässt. Das Schlendern durch die Gassen mit einem Bauch voll Maki mit Wasabi. Was besseres gibt's grad gar nicht. Vor allem, wenn sich die Stempelkarte des Asiaten des Vertrauens so schnell füllt wie dieser Tage. Blöd nur, dass der am Sonntag nicht offen hat. Also heißt's vorsorgen, damit genügend Ressourcen vorhanden sind. Und da es eh nicht immer Maki seinen können gibt's halt einfach einen Glasnudelsalat.



Für den man folgendes braucht:

50g Glasnudeln
frischer Babymangold (oder Babyspinat)
1/2 kleine Gurke
Ingwer
Zitronengras
1 Frühlingszwiebel
Sojasprossen
1/4 Mango
1 Chili
Cashewkerne
Agavendicksaft
Zitronensaft
Reisessig
Sojasauce
Salz, Pfeffer
Curry

Die Glasnudeln legt man in einen Topf, übergießt sie mit heißem Wasser und lässt sie ca. 5 Minuten baden. Danach dürfen sie auch schon wieder raus und abkühlen. Jetzt geht das große Schneiden los. Die Reihenfolge ist wie's einem beliebt. Jedenfalls wird der Mangold in Streifen geschnitten, die Gurke in Scheiben, genauso wie die Frühlingszwiebel. Gehackt werden 3-4 dünne Scheibchen vom Ingwer und das Weiße vom Zitronengras. Die Mango wird gewürfelt und mit etwas Chili kombiniert.
Die Cashewkerne kommen in eine Pfanne, werden angeröstet und mit Agavendicksaft verfeinert.
Die Nudeln vermischt man mit dem Mangold, der Gurke, dem Ingwer, dem Zitronengras, der Frühlingszwiebel, einem Schuss Zitronensaft, Curry, Reisessig, Sojasauce, Salz und Pfeffer. Puh. Klingt fasst wie: Superkalifragilistischexpialligetisch. Oben d'rauf jetzt ein paar Sprossen und die Mango mit der Chili.







Einen schönen (asiatischen) Sommer!

Sonntag, 8. Juni 2014

Comfort Food again



Im Sommer erzählen ja alle immer wie gern sie nicht Salat essen und dass leichtes Essen besonders gut kommt in dieser Zeit. Was ich mich dann immer frag' ist aber: Warum fahren dann so viele gern nach Italien in den Urlaub? Zum Salat essen? Ich mein gut, so ein paar Antipasti könnten auch noch in diese Richtung gehen und sind auch super, aber sind wir doch mal ehrlich: Pomodoro e Mozzarella kommen doch noch viel besser auf eine Pizza, oder?
Super find ich's aber auch in Kombi mit Nudeln, deswegen gibt's heut was schnelles aus der Studenten-Comfort-Food-Kitchen – Tortellini!



Tortellini mit Ricotta Spinat Füllung
Tomatendose (stückig)
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
Olivenöl
Oregano, Thymian, Basilikum (frisch aus dem Garten versteht sich)
Salz, Pfeffer
brauner Zucker
1-2 Mozzarella

Zuerst geht man die Tomatensauce an, dazu wird die Zwiebel gewürfelt und in Olivenöl angeschwitzt. Glasig wie sie nun ist, bekommt sie ein bisschen Zucker und darf sich über ihren BFF die Knoblauchzehe (natürlich auch in gewürfelter Form) freuen. Dazu kommen nun die Tomaten und auch die Gewürze, wobei man mit dem Basilikum am besten noch ein bisserl geduldig ist. Also zuerst Oregano und Thymian pflücken und den Basilikum noch stehen lassen. Eine Auflaufform wird mit Olivenöl benetzt und die Tortellini dürfen Platz nehmen, darüber kommt die Tomatensauce und sie werden miteinander vermischt. Die Krönung findet mit VIEL Mozzarella statt, der bei 180° Heißluft ca. 20-30 Minuten schmelzen darf. Raus aus dem Ofen und...




... jetzt ist Zeit für Basilikum!



Sonntag, 1. Juni 2014

Einmal kichern bitte


Viele kennen bestimmt das Sprichwort: "Wenn dir das Leben Zitronen gibt, dann mach' Saft daraus." Nun gut, metaphorisch bringt die Endphase des Semesters bestimmt so einige Zitronen mit sich, wenn nicht gar auch noch Limetten, aber im Kühlschrank sind halt grad keine. Daher kein Saft. Traurig aber wahr, denn bekanntlich heißt es ja noch durchhalten bis Ende Juni, liebe Mitstreiter der Generation "Studieren is' halt auch kein Zuckerschlecken mehr". Aber seid beruhigt, denn ich hab' ein neues Sprichwort, das mindestens genauso funktioniert. "Hast du g'rad' gar nix zum Kichern, koch dir was mit Kichererbsen." Vielleicht kommt das jetzt ein bisserl holprig rüber, aber sind wir mal nicht so – ziehen tut's auf alle Fälle. Nämlich in Kombi mit Pasta und die macht einen ja sowieso immer froh. Eh schon wissen, comfort food und so.



1 Dose Kichererbsen
1 Dose stückige Tomaten
1 Zwiebel
1-2 Knoblauchzehen
Olivenöl
Chili
Thymian, Oregano, Basilikum
Salz
schwarzer Pfeffer
Orecchiette

Die Zwiebel wird gewürfelt und in Olivenöl glasig angebraten. Dazu kommen auch noch die klein gehackten Knoblauchzehen, die auch noch ein bisserl mitbraten dürfen. Rein mit den Tomaten und mit oben angeführtem würzen. Alles ein bisserl köcheln lassen, abschmecken und die Kichererbsen dazu geben. Die dürfen sich am Tomatengeschmack erfreuen und kurz warten bis auch die Orecchiette fertig sind. Sind sie das werden sie in die Sauce gegeben und gehen eine wunderbare Liaison ein. Alles raus auf einen Teller, ordentlich schwarzen Pfeffer noch d'rüber und sich freuen, dass die Kichererbsen so schön in den Nudeln Platz nehmen – wie für sie gemacht.



Durchhalten und zwischendurch genießen!



Sonntag, 2. Februar 2014

Tampopo und die Nudelsuppe


Zu Schulzeiten glaubt man so gut wie durchgehend, dass man das dort gebotene Wissen später eh nie brauchen wird. Immerhin gibt's ja Taschenrechner, die Autokorrektur und mittlerweile auch schon Siri. Vor allem als Teenager ist man fester Vertreter dieser Ansicht.



So geht's einem also auch, wenn man im Unterricht einen Film über Nudelsuppe sieht. Damals wusste man ja noch nicht, dass eventuell auch im Erwachsenenalter Selbstgekochtes doch recht gut kommt. Die Betonung liegt klar auf S E L B S T – Mamas wollen halt irgendwann auch nicht mehr.
Sei's wie's sei: der Film war aber kein Lehrfilm, in dem Sinn, zumal es in der von mir besuchten Schule auch keinen Kochunterricht gab. Aber trotzdem bringt er einem etwas bei: Ein Gefühl für Nudelsuppe. Und zwar asiatische. Gespickt mit viel Humor und einem Hauch Erotik – mal wieder ganz nach dem Motto: Liebe geht durch dem Magen. Nachdem es gilt die beste Nudelsuppe zu finden, gibt's für "Tampopo" (so heißt der Film nämlich) auch hier einen Vorschlag:

1 Zwiebel
3 zerdrückte Knoblauchzehen
1Karotte
1 Tomate
brauner Zucker
Reiswein
Sojasauce
1,5l Gemüsebrühe
frischer Koriander
schwarzer Kardamom
4 Nelken
2 Sternanis
ca. 4cm Ingwer
Chili
Salz
schwarzer Pfeffer
Hühnerfilet

Pak Choi
Sojasprossen
Limette





Zuerst wird die Zwiebel geviertelt und gemeinsam mit der länglich geschnittenen Karotte, 2 zerdrückten Knoblauchzehen und klein geschnittenem Ingwer in Öl scharf angebraten. Nachdem die grob gewürfelte Tomate auch dazu gewandert ist, wird mit dem braunen Zucker etwas karamellisiert und anschließend mit einem Schluck Reiswein und Sojasauce abgelöscht. Aufgegossen wird mit der Gemüsebrühe und schon kommen alle Gewürze dazu: der frische Koriander, der schwarze Kardamom, die Nelken, die Sternanis, der schwarze Pfeffer, etwas grobes Salz und auch ein kleines Stück Chili. Das alles darf jetzt ca. 1 Stunde leicht vor sich hinköcheln.
Schön gemütlich brät man das Hühnerfilet im Ganzen in etwas Öl scharf an. Wenn's auf beiden Seiten gebräunt ist, kommt wieder etwas Reiswein und Sojasauce dazu. Auch die letzte zerdrückte Knoblauchzehe darf mitbraten, genauso wie nochmals etwas Ingwer. Danach schneidet man das Filet in dünne Scheibchen und gibt's in die Suppe. Jetzt kann's weiter köcheln. 1 Stunde wär nicht schlecht, wenn's der Hunger zulässt.

Hat man ein bisserl gewartet, schneidet man den Pak Choi einmal längs durch und bereitet auch schon mal die Sojasprossen vor. Die Nudeln kocht man auch schon mal in gesalzenem Wasser. Jetzt kann die Suppe durch ein Sieb, wobei man das aus dem Sieb fischt, was man noch gern als Einlage drin hätte. Wer z.B. die weichen Karotten so mag wie ich, gibt sie wieder in die gesiebte Suppe. In 2 EL der Suppe und etwas Wasser brät man kurz den Pak Choi und die Sprossen und schon kann alles in eine Schale. Abgerundet wird mit einem Spritzer Limettensaft.

Itadakimasu!







Montag, 4. November 2013

Blaukraut bleibt Blaukraut und… hat in den Krautfleckerl nix zu suchen



Krautfleckerl g'hören einfach zum kalten Wetter, wie der Schnee zu Weihnachten. Gut, vielleicht ist die Beziehung nicht ganz sooo intensiv, wie von zweitgenannten, aber auf jeden Fall passen die halt einfach sehr gut zum Nebel und dem Magenknurren nach dem Rechen der Blätter. Findet zumindest der Opa. Vor allem weil's dieses Essen meistens oder bisher eigentlich immer bei der Oma gibt.

Als ihr dann zugetragen worden ist, dass die Fleckerl jetzt von der Enkelin zubereitet werden sollen, hat man gar nicht so schnell schauen können, war sie auch schon da. Neben dem Herd hat sie dann mit einem Probierlöfferl g'standen, Tipps in regelmäßigen Abständen gegeben und Rotkraut als Dealbreaker und weniger als b'sond'ren Piff angesehen. Das hab ich mir dann auch ein- oder besser ausreden lassen, aber die eine oder andere Sache, die sie niiiiie machen würde, hab' ich schon reingeschummelt. Was auch gar nicht mehr so schwer war, als sie von der mittleren Generation des Herdes verwiesen wurde.



Für die überarbeitete Version von Omas Krautfleckerl braucht man:

1 Weißkraut
1 große Zwiebel
3 Knoblauchzehen
1/2 daumengroßer Ingwer
40g Butter
Zucker
Essiggurkerl-Essig
gemahlener Kümmel
Salz, Pfeffer
Sesamöl
Speck
schwarzer gerösteter Sesam
500g Fleckerl


Das Weißkraut kommt am besten in die Küchenmaschine und wird dort gehobelt. Da fallen dann keine Späne, sondern längliche Streifen vom Kraut. So soll's sein. Die Zwiebel und die Knoblauchzehen werden gewürfelt, in der Butter angebraten und mit Zucker karamellisiert. Dazu darf dann auch gleich der klein(st) geschnittene Ingwer. Ist alles schön braun, wird mit dem Essig abgelöscht und das Kraut kommt zum fröhlichen Dünsten dazu. Der gemahlene Kümmel (wenn man mag, muss er nicht gemahlen sein, aber dann beißt man halt mal auf eine ordentliche Ladung – einen echten Kümmelländler= Österreicher wird das sicherlich nicht stören), das Salz, der Pfeffer und das Sesamöl werden auch untergemischt. Jetzt dauert's leider ein bisschen, bis das Kraut weich gedünstet ist, aber es lohnt sich.

Die Fleckerl (also die Nudeln) werden in Salzwasser gekocht und anschließend unter das Kraut gehoben. Alles schön vermischen, nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken und sich dem Speck zuwenden. Dieser wird gewürfelt und in einer Pfanne (ohne Öl oder sowas!) knusprig gebraten.
Hat der Speck die gewünschte Knusprigkeit erreicht, kann angerichtet werden. Dazu gibt man die Krautfleckerl auf den Teller und den Speck gemeinsam mit dem schwarzen gerösteten Sesam darüber.



Von der Oma überprüft und vom Opa für gut befunden!


Samstag, 12. Oktober 2013

Der internationale Kürbis


Bevor die Kinder die Messer wetzen, um am 31.10. die schönsten Kürbislaternen präsentieren zu können, kocht man noch eiligst seine liebsten Rezepte mit dem Herbstgemüse. Denn auch so ein Hokkaido kann schnell mal zweckentfremdet werden und statt zu guter Letzt am Teller auf der Fensterbank (und zwar leuchtend) landen. Das soll halt nicht passieren.



Um dafür Sorge zu tragen, macht man's dem Kürbis besonders gemütlich und packt ihn warm ein. So fein ist's halt nur in einem Nudelteig. Raus kommen dann tortelli di zucca und damit kehren also auch die Italiener zurück in die Delight-Küche. Nimmt man's genau, müssen die Teigtaschen gar keine Italiener sein, genau so gut wär' eine österreichische oder deutsche Abstammung möglich und der Name könnt' folglich z.B. Schlutzkrapfen oder Maultasche sein. Ein ganz schön umtriebiger Kürbis.



Der Pastateig ergibt sich in diesem Fall aus...
470g Mehl (universal)
50g Weizengrieß
5 Eier
Schluck Wasser
Prise Salz




Alles zusammen wird verknetet und darf rasten, während man die Füllung aus...
1 kleinen Hokkaido
250g Ricotta
50-80g Parmesan
10 Walnüsse
Muskatnuss
Salz, Pfeffer

Den Kürbis schneidet man in Stücke und gibt ihn mit etwas Wasser in einen Topf bis er gar ist. Ist das geschehen, püriert man ihn und gibt den Ricotta gemeinsam mit dem geriebenen Parmesan dazu. Die Walnüsse werden auch grob gerieben und kommen gemeinsam mit den Gewürzen zu der Mischung.
Den Teig lässt man durch die Nudelmaschine und bearbeitet ihn mit dem Nudelholz. Dann sticht man Kreise aus und gibt 2 Teelöffel der Masse mittig d'rauf. Zusammendrücken kann man es mit dem speziellen Ausstecher oder mit einer Gabel, nachdem man die Kreise in der Mitte zusammengeklappt hat.

Ca. 10 Minuten lang köcheln die Taschen in Wasser mit etwas Salz vor sich hin. In der Zwischenzeit lässt man etwa 50g Butter in einer Pfanne zerlaufen und gibt Salbeiblätter hinein. Bis die Nudeln fertig sind, sind auch die Salbeiblätter knusprig gebraten. Sollte die Butter dabei braun werden, ist's auch nicht von Nachtteil.



Parmesan d'rüber!