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Sonntag, 15. März 2015

Ein Ausflug in Hansls Bauernstube ODER Tirolerknödel


Die Elfi ist ja mittlerweile bekannt wie ein bunter Hund und der Vorhang öffnet sich hier ganz oft für sie und ihre Geschichten. Da bleibt einer fast ein wenig auf der Strecke – der Hansl. Ihre bessere Hälfte sozusagen. Man merkt's ihm meist auch an, dass er ein kleines bisserl traurig is, wenn die Elfi mal wieder zum "Shoot" kommt, obwohl er vorher den Keller auf Küchenutensilien durchforstet hat. Deswegen ist er heut mal dran. Mit einem kleinem Portrait über den Giovanni. Wer das jetzt wieder is'? Na, eh der Hansl. Mit seinem ursprünglichen Namen, zumal er gebürtiger Südtiroler ist. Eingebürgert wurde er zu einer eher weniger rosigen Zeit, was ihn dazu brachte, seinen Blick nach vorn zu richten und das letzte Wort Italienisch zu vergessen. Bis heut' will ihm keiner so recht glauben, dass er wirklich nix mehr von seiner zweiten Muttersprache versteht. Viele Jahre hat's gedauert, bis er seine Heimat wieder mal besucht hat und seit dem ist die Liebe wieder neuentfacht. Wenn er auf Urlaub will, will er nach Südtirol und wenn er nach Südtirol will, dann will er zuerst so richtig guade Tirolerknedel essen. Seine Leibspeis wie er immer sagt, die ich ihm gern mach'. Besonders jetzt, da er von einer Südtiroler Zeitung eine Schürze geschenkt bekommen hat und in der Küche ordentlich mitwirkt. Gespeist wird in seiner Bauernstubn im (eh klar) Südtirol-Stil, ein Stückerl Heimat für ihn.





200g Semmelwürfel
1-2cm dicke Speckscheibe
2 Eier
1 EL Grieß
2 Schalotten
100ml Milch
Butter
Salz, Pfeffer
Petersilie

1 Zwiebel
1 Bund Suppengrün
2 cm Ingwer
1-1,5l Wasser
2 Pimentkörner
2 Wacholderbeeren
2-3 schwarze Pefferkörner
2 Lorbeerblätter
Pflanzenöl
Salz

Röstzwiebel



Zuerst beginnt man mit der Suppe, damit das Gemüse schön seinen Geschmack abgibt. Dazu wird zuerst die Zwiebel geviertelt und in etwas heißem Öl in einem großen Topf so richtig angebrutzelt. Dabei darf sie ruhig braun/schwarz werden. Dann kommt auch schon das grob geschnittene Suppengrün und der Ingwer dazu. Aufgegossen wird mit dem Wasser und schon dürfen Pimentkörner, Wacholderbeeren, Pfefferkörner, Lorbeerblätter und Salz dazu.
Während die Suppe köchelt macht man sich an die Knödel. Die Semmelwürfel kommen in eine große Schüssel und der Speck wird in feine Würfel geschnitten. In einer Pfanne zerlässt man die Butter und gibt zwei gewürfelte Schalotten dazu. Die dürfen eine Runde schwitzen, bevor mit der Milch sozusagen abgelöscht wird. Die Mischung wird mit Salz und Pfeffer gewürzt und über die Semmelwürfel gegossen. Dazu kommen noch 2 Eier, der Speck, 1 EL Grieß und fein gehackte Petersilie. Jetzt wird's verknetet und es werden daraus kleinere Knödel geformt, die man zuerst in Frischhaltefolie und danach in Alufolie verpackt. So landen sie für ca. 10 Minuten in siedendem Wasser.
Sind die Knödel fertig, können sie auch schon mit der Suppe serviert werden. Darüber streut sich der Hansl gern noch Petersilie und ein paar Röstzwiebel.



Südtirol wie bist du schön,
einst musste als Kind ich von dir gehen,
ich war noch zu klein,
um es zu verstehen,
erst später wurde mir klar,
was einst mit Südtirol geschah.
Viele Jahre mussten vergehen,
bis ich Südtirol, meine alte Heimat,
konnte wieder sehen.
                                                              Giovanni aka Hansl

Sonntag, 15. Dezember 2013

X-MAS Dinner – Die Hauptspeise



"Wir sagen euch an den lieben Advent..."
Ich muss sagen, ich habe eine ausgezeichnete Singstimme – zumindest konnte ich dieser Aussage mit ein paar minimalen Abzügen, womit sie eher als "gut" oder "ganz ok" zu bezeichnen ist, bis vor ein paar Jahren absolut zustimmen. Mit der Liebe kam dann aber auch die Realität und mittlerweile ist das Singen während der gemeinsamen Autofahrt verboten oder sagen wir so, es wird auf den alleinigen Duschgang verschoben. Warum diese Erkenntnis so spät gekommen ist? Na, weil manch einer die falschen Töne schlicht nicht hört. Auch hört er sie dann nicht, wenn er sich die Finger am Gitarrenhals fast abbricht und die Familie das i in der Stillen Nacht am Weihnachtsabend länger als üblich dehnt. Warum die das auch nicht bemerkt haben? Na, weil alle in dieser Familie mit einer eher unmusikalischen Natur gesegnet sind. Bis auf eine, aber die hat's dank ihrer mütterlichen Liebe eben auch nicht mitbekommen. Stock und steif behauptet sie alle Jahre wieder, während wir den Tannenbaum für sein Grün auch an kalten Tagen loben, dass ihre Tochter singen kann. Das tut diese dann auch und der Liebe bleibt nichts anderes übrig als mit dem Kopf zu schütteln und auf ein schnelles Ende zu hoffen.



Anders ist's beim Essen. Damit kann man ihm nämlich schon schön tun. Also auch ich.
Deswegen gibt's dieses Jahr am weihnachtlichen Tisch Schweinefilet auf warmem Krautsalat mit Mini-Kartoffelknöderln und dazu braucht's:

2-3 Schweinefilets (unter Österreichern eher als Schweinslungenbraten bekannt)
2-3 Knoblauchzehen
Butter
Salz, Pfeffer

1 Krautkopf
2 Zwiebeln
Essig
Speck
Kümmel
Wacholderbeeren
Wasser
Salz, Pfeffer

450g mehlige Kartoffeln
2 EL Mehl
2 EL Speisestärke
1-2 Eier
Muskatnuss
Majoran
Salz




Das Kraut darf zuerst unter's Messer und wird nudelig geschnitten (die Küchenmaschine würd's aber auch gut machen). Den Zwiebeln geht's ähnlich, nur dass ihr Format würfelig ist, genauso wie das vom Speck. Der kommt auch gleich in einen großen Topf und wird etwas angebraten, bevor auch die Zwiebelwürfel dazu dürfen. Danach kann auch schon das Kraut dazu, das mit Essig und anschließend Wasser aufgegossen wird. Das Wasser kann gut gesalzen werden und auch noch mit dem Kümmel und den Wacholderbeeren gewürzt werden. So lässt man alles köcheln und schließt später noch mit Pfeffer ab.

Natürlich hat man auch schon die Kartoffeln gekocht, sodass man sie jetzt entweder pressen oder ordentlich stampfen kann. Vermischt werden sie mit dem Mehl und der Speisestärke, außerdem kommen noch das Ei und die Gewürze dazu. Auch hier darf man nicht auf's Salz vergessen! Ist alles gut vermengt, kann man kleine Knödel formen, die für 5-10 Minuten im gesalzenen simmernden Wasser baden gehen.



Das Fleisch brät man im Ganzen gemeinsam mit den Knoblauchzehen in einer Pfanne scharf an, bevor es mit einem Stück Butter, Salz und Pfeffer in Alufolie gewickelt wird. So eingepackt kommt es bei 150° Heißluft für ca. 15 Minuten in den Ofen. Länger empfiehlt sich nicht, da es sonst nicht mehr so schön rosa ist.



Merry Christmas!


Sonntag, 16. Juni 2013

Zeitreise mit Speck und Zwiebeln


Wer war als Kind nicht vorzugsweise ein schönes Burgfräulein oder ein edler Ritter?

Wenn der Eroberer also heute zwar nicht das weiße Pferd aber die schwarze Kutsche bereitstellt, dann bin ich gern nochmal die holde Maid aus vergessenen Tagen. Und weil so mancher von Zeit zu Zeit den Alltag in eine Gewandung aus einer vergangenen Epoche hüllt, gibt's das Spectaculum. Dort hört man dann mittelalterliche Musik, kann Menschen in einem rießigen Fass baden sehen (das könnte verstörend wirken), über den großen alten Markt bummeln und unglaublich leckere Speisen verkosten, die man sich mit einem schönen Schluck Met noch versüßt.



Alles in allem eine tolle Phantasiereise, die den Magen nicht zu kurz kommen lässt, versteht sich – und da sich der Ritter dazubereitschlagen ließ sein hart erkämpftes Rezept für eine besondere Gaumenfreude herauszurücken, hab' ich also auch ein Mitbringsel ergattert.

Eines das dem Pöbel genauso wie dem Adel schmacket. Den Flammkuchen.
Dazu bedarf es einen Teig aus:
250g Mehl
125ml Wasser
Schuss Olivenöl
2 Prisen Salz



Diese Zutaten werden zu einem glatten Teig vermengt und in sechs Kugerln aufgeteilt, danach werden sie so dünn wie's geht ausgerollt (soll ja keine Pizza werden) und mit folgenden Köstlichkeiten belegt:

Die Basis stellt eine Mischung aus...
Rahm
Crème fraîche
Kräutern (Schnittlauch, Petersilie, etc.)
Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer
Schuss Olivenöl
... dar. Wenn das alles zusammen vermischt ist, kommt die Sauce auf ein ausgerolltes Teigkugerl.


Dann braucht man noch:
gewürfelten Speck
1 Bund Frühlingszwiebel
geriebenen würzigen Käse

Damit wird der Flammkuchen noch belegt und anschließend bei 250° Ober- und Unterhitze auf der untere Schiene in den Backofen geschoben. Jetzt passt man ein bisserl auf und lässt ihn so lang drinnen, bis er die gewünschte Bräune hat. Er darf aber ruhig kross sein, also schon sehr braun sein an den Rändern.

Dazu find ich ein gutes Glaserl Rosé und einen lauen Sommerabend recht schön.
http://www.spectaculum.de/





Wohl bekomm's!