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Sonntag, 22. November 2015

Thanksgiving auf Österreichisch


Dass Halloween das gute alte Allerheiligen, was doch eigentlich so wunderbar zum morbiden Wien passt, bereits abgelöst hat, hab ich ja schon mal ausführlich behandelt. Aber, heute möcht' ich diese Liste weiterführen und eine kleine Rebellion anzetteln. Nicht, dass ich Veränderungen nix abgewinnen könnt – klar find ich's toll, dass Burger die neuen Schnitzel sind und Röhrenjeans die (immer wieder aufbäumenden) Schlaghosen schon beinahe ganz in die Flucht geschlagen haben. Aber mein Christkind tausch' ich nicht gegen den Weihnachtsmann, auch wenn ich glänzende Augen bekomm', wenn er auf seinem roten Cola-Truck äh... Schlitten über den Fernsehbildschirm flimmert.
Ich häng einfach viel zu sehr an dem kleinen Kind mit den blonden Locken und Kinder sind ja schließlich auch die Zukunft, während ich das noch nie über alte Männer in roten Gewändern und weißen Bärten gehört habe. Auch wenn die "Alterspyramide" schon längst nicht mehr an die Bauwerke der alten Ägypter erinnert und moderne Pensionisten Triathleten sind.
Deswegen habe ich mich dazu entschieden, den Rufen meiner Freunde nach einem Thanksgiving Dinner nachzukommen. Und zwar in abgewandelter Form, nämlich in traditionell ländlicher mit einem gefüllten Hendl statt einem Truthahn und Kartoffeln statt Süßkartoffeln. Mit österreichischem Schmäh statt dem American Way of Life.



1 Brathuhn
Brathähnchengewürz
120g Semmelwürfel
70ml Milch
1 Schalotte
Petersilie
2 getrocknete Tomaten
Muskatnuss
Pfeffer, Salz
2 Eier
ca. 30g Butter
5 kleine Birnen
1 rote Zwiebel
2 Zweige Rosmarin
1 Schuss Apfelessig
Kartoffeln
Karotten



Zuerst wird für die Füllung die Schalotte gewürfelt, in etwas Butter angeschwitzt und mit der Milch aufgegossen. Diese Mischung gießt man über die Semmelwürfel, schneidet noch etwas Petersilie dazu und auch die klein geschnittenen getrockneten Tomaten. Danach wird das Brathendl gewaschen, ausgenommen und mit Brathendlgewürz innen uns außen eingerieben. Jetzt das Hendl füllen und auch ein wenig was unter die Haut schieben. In eine Auflaufform geben, ein wenig Wasser (ca. 1cm hoch) rein, oben drauf noch Butter und ab in den Ofen bei 200° Ober-Unterhitze für ca. 1 bis 1,5 Stunden. Auch ein paar Karotten dürfen dazu gegeben werden. Immer wieder mal mit eigenem Saft und etwas Wasser übergießen, nach der Hälfte der Zeit umdrehen.
In der Zwischenzeit werden die Birnen halbiert, die rote Zwiebel in Spalten geschnitten und in einer ausgebutterten Form mit Salz, Pfeffer, Rosmarin und einem Schuss Apfelessig für 20 Minuten mit Alufolie zugedeckt geröstet. Alles bei 200° Ober-Unterhitze. Danach entfernt man die Folie und lässt sie nochmal für ca. 15 Minuten im Ofen.
Die Kartoffeln werden in Spalten geschnitten, in etwas Olivenöl angebraten, gesalzen, mit etwas Wasser aufgegossen (wieder ca. 1cm hoch in der Pfanne) und solange bis sie weich sind gedünstet.
Danach kann angerichtet werden.




Ich verspreche aber zum nächsten Hollywood Blockbuster einen Burger der extra Klasse (vollkommen amerikanisch) zu kredenzen. Bis dahin: Moizeit zum verspäteten Erntedank!

Sonntag, 21. Dezember 2014

Weihnachtliche Vorstellungen und ein Huhn auf Polenta und Wurzelgemüse



Zu kaum einer anderen Zeit klaffen die Vorstellungen so weit auseinander wie an Weihnachten. Die einen sprechen von besinnlichem Beisammensein, die anderen von X-Mas Partys. Die Palette reicht also von Brettspielen über Gut Aiderbichel bis hin zum Clubbing. Fest steht aber, dass ein Fest her muss. Schön ist es, wenn alle von ihren unterschiedlichen Traditionen erzählen und sich dabei ein Lächeln heimlich auf die Gesichter stiehlt. Die Erinnerungen an Kindertage werden wieder ganz klar und irgendwie wird einem dann doch ganz warm ums Herz. Schlussendlich lässt's einen dann auch die überfüllten Einkaufsstraßen und die eine oder andere vorweihnachtliche Krise vergessen. 
Meine Eltern berichten klassisch von den Bratwürstel mit Sauerkraut und einem wunderschönen Christbaum. Gut, beim Christbaum sind wir uns einig, bei den Bratwürstel aber wirklich gar nicht. Durchsetzen werd' ich mich mit einem Zitronenhuhn auf Wurzelgemüse und Polenta. Widerstand zwecklos – dafür garantiert der Weihnachtsfrieden mit der Laterne und der roten Kerze darin.



Wurzelgemüse:
7 kleine bis mittelgroße violette und orangene Karotten
1/4 Sellerie
1 Pastinake
1 mittelgroße rote Rübe (Bete)
1 rote Zwiebel
2-3 Knoblauchzehen
Olivenöl
einige Zweige frischer Thymian
1/2 Clementine
1/2 Zitrone
Pfeffer, Salz

Hühnerbrust:
4 Hühnerbrüste mit Haut
1 Zitrone
Zitronenpfeffer
Thymian
Salz
Olivenöl

Polenta:
150g Polenta
125ml Milch
125ml Schlagobers (Sahne)
150ml Suppenbrühe




Zuerst werden die Karotten, der Sellerie, die Pastinake, die Rübe und die Zwiebel geschält. Je nach Größe werden die Karotten längs halbiert und die Zwiebel. Das restliche Gemüse wird länglich geschnitten, also auch die Zwiebel. Die wird somit nicht zu Ringen sondern zu Spalten transformiert. Gemeinsam kommt alles auf ein tiefes Backblech und wird mit Olivenöl, dem Saft einer halben Clementine und dem einer halben Zitrone verfeinert. Die Thymianzweige werden teilweise abgezupft und teilweise ganz darüber gestreut. Jetzt noch pfeffern und salzen. Bei 180° Heißluft kommt alles für etwa 30 Minuten in den Ofen.
In der Zwischenzeit wendet man sich dem Hühnchen zu. Dem zieht man die Haut ab und würzt es mit dem Saft einer Zitrone, Zitronenpfeffer, Thymian und und Salz. Für die Verarbeitung der Haut erhitzt man eine Pfanne auf mittlere Hitze, legt die Haut hinein und beschwert sie mit einem Topf. So wird sie innerhalb von ca. 20 Minuten knusprig.
Für die Polenta wird die Milch, das Schlagobers und die Suppenbrühe erhitzt. Danach kommt der Maisgrieß auch schon hinein. Gut umrühren und bei Bedarf noch Flüssigkeit hinzufügen. Hitze zurücknehmen, Deckel drauf und ziehen lassen.
Die Hühnerbrüste werden in Olivenöl beidseitig angebraten. Aber nicht zu lange, da es sonst trocken wird.
Zum Anrichten wird die Polenta mittig auf den Teller platziert, darauf kommt etwas Wurzelgemüse, danach die aufgeschnittene Hühnerbrust und abschließend die Hautchips. Wer möchte kann noch etwas Fleischsaft darüber träufeln und mit ein paar frischen Kräuter- oder Salatblättchen garnieren.





Wunderbare Vorbereitungstage!

Sonntag, 2. Februar 2014

Tampopo und die Nudelsuppe


Zu Schulzeiten glaubt man so gut wie durchgehend, dass man das dort gebotene Wissen später eh nie brauchen wird. Immerhin gibt's ja Taschenrechner, die Autokorrektur und mittlerweile auch schon Siri. Vor allem als Teenager ist man fester Vertreter dieser Ansicht.



So geht's einem also auch, wenn man im Unterricht einen Film über Nudelsuppe sieht. Damals wusste man ja noch nicht, dass eventuell auch im Erwachsenenalter Selbstgekochtes doch recht gut kommt. Die Betonung liegt klar auf S E L B S T – Mamas wollen halt irgendwann auch nicht mehr.
Sei's wie's sei: der Film war aber kein Lehrfilm, in dem Sinn, zumal es in der von mir besuchten Schule auch keinen Kochunterricht gab. Aber trotzdem bringt er einem etwas bei: Ein Gefühl für Nudelsuppe. Und zwar asiatische. Gespickt mit viel Humor und einem Hauch Erotik – mal wieder ganz nach dem Motto: Liebe geht durch dem Magen. Nachdem es gilt die beste Nudelsuppe zu finden, gibt's für "Tampopo" (so heißt der Film nämlich) auch hier einen Vorschlag:

1 Zwiebel
3 zerdrückte Knoblauchzehen
1Karotte
1 Tomate
brauner Zucker
Reiswein
Sojasauce
1,5l Gemüsebrühe
frischer Koriander
schwarzer Kardamom
4 Nelken
2 Sternanis
ca. 4cm Ingwer
Chili
Salz
schwarzer Pfeffer
Hühnerfilet

Pak Choi
Sojasprossen
Limette





Zuerst wird die Zwiebel geviertelt und gemeinsam mit der länglich geschnittenen Karotte, 2 zerdrückten Knoblauchzehen und klein geschnittenem Ingwer in Öl scharf angebraten. Nachdem die grob gewürfelte Tomate auch dazu gewandert ist, wird mit dem braunen Zucker etwas karamellisiert und anschließend mit einem Schluck Reiswein und Sojasauce abgelöscht. Aufgegossen wird mit der Gemüsebrühe und schon kommen alle Gewürze dazu: der frische Koriander, der schwarze Kardamom, die Nelken, die Sternanis, der schwarze Pfeffer, etwas grobes Salz und auch ein kleines Stück Chili. Das alles darf jetzt ca. 1 Stunde leicht vor sich hinköcheln.
Schön gemütlich brät man das Hühnerfilet im Ganzen in etwas Öl scharf an. Wenn's auf beiden Seiten gebräunt ist, kommt wieder etwas Reiswein und Sojasauce dazu. Auch die letzte zerdrückte Knoblauchzehe darf mitbraten, genauso wie nochmals etwas Ingwer. Danach schneidet man das Filet in dünne Scheibchen und gibt's in die Suppe. Jetzt kann's weiter köcheln. 1 Stunde wär nicht schlecht, wenn's der Hunger zulässt.

Hat man ein bisserl gewartet, schneidet man den Pak Choi einmal längs durch und bereitet auch schon mal die Sojasprossen vor. Die Nudeln kocht man auch schon mal in gesalzenem Wasser. Jetzt kann die Suppe durch ein Sieb, wobei man das aus dem Sieb fischt, was man noch gern als Einlage drin hätte. Wer z.B. die weichen Karotten so mag wie ich, gibt sie wieder in die gesiebte Suppe. In 2 EL der Suppe und etwas Wasser brät man kurz den Pak Choi und die Sprossen und schon kann alles in eine Schale. Abgerundet wird mit einem Spritzer Limettensaft.

Itadakimasu!







Sonntag, 19. Januar 2014

Als ein Curry von Indien nach Europa reiste



Ob Bollywood was für einen is', kann sich ja ein jeder für sich überlegen. Dabei sollte man aber gar nicht mal so laut darüber nachdenken, weil viele diesbezüglich einer Meinung sind. Versteht man ja auch, besonders wenn von 2 Stunden 1,5 gesungen werden.
Gar nicht Bollywood war dieseWoche. Aber dafür wunderbar indisch – Motto: Indien zu Besuch in Wien. Angefangen hat's also mit dem Film "Lunchbox", der ohne Tänzer, aber dafür mit Speisen, bei denen man sich ein Geruchs-Kino wünscht, aufwartet. Eine Geschichte über die Liebe, Freundschaft und den Einfluss des Magens darauf – wenn's denn beim Richtigen ankommt. Beim Verlassen des Kinos muss man aber mit einem großen Hunger im Bauch rechnen.
Daraufhin stochert man rum in den verschiedenen Gerichten und ist irgendwie so gar nicht froh, WEIL man will ja eigentlich auch so eine Lunchbox. Für Abhilfe wurde gesorgt. Der liebste Inder hierzulande wurde in gewohnter Tradition aufgesucht und hat uns alle wieder so erfreut. Einen besseren findet man nicht – einmal tulsi, immer tulsi.




Aber nachdem die liebe Freundin von ihrem Indienmonat neben Geschichten auch tolle Rezepte mitgebracht hat und sie ihr besonderes Curry verraten hat, kommt auch in die Wohnung ein Hauch Indien.



3 Mädels essen diese Portion nicht ganz auf, aber fast:
3 Hühnerfilets
4 mittelgroße Kartoffeln
1 Zwiebel
1 Dose Kokosmilch
Gemüsebrühe
Paprikapulver
Curry (die Qualität macht's aus)
Kurkuma
Salz
Chili
Öl

2 Paprika
1/2 Zucchini
Champignons
Rosmarin




Das Öl wird erhitzt, bevor Paprikapulver dazu kommt. Beide sollen sich miteinander verbinden. Anschließend kommt die Zwiebel gewürfelt dazu, wird angeschwitzt und das in Stücke geschnittene Hühnerfilet leistet ihr Gesellschaft. Sobald es angebraten ist, kommen auch die Kartoffeln (ebenfalls gewürfelt) hinein. Und schon wird mit einem Schuss Kokosmilch abgelöscht. Jetzt ordentlich Curry rein und auch etwas Kurkuma und Salz, so viel man will. Man gießt immer wieder etwas Kokosmilch nach, aber auch etwas Gemüsebrühe. Während das alles sämig wird und man zwischendurch immer mal wieder umrührt, schneidet man das Gemüse. Das wird nämlich auch in einer Pfanne mit ebenfalls so einem Paprikaöl angebraten. Salzen, Rosmarin und auch noch andere Kräuter, wenn man mag, dazu geben. Sobald die Kartoffeln nicht mehr fest sind und sich alles schön eingekocht hat, ist's bereit um serviert zu werden. Ein bisschen Kokosmilch für die Optik noch darüber und mit Chili abschließen.



कृपया भोजन का आनंद लीजिये !
(Ob das auch wirklich "please enjoy your meal" heißt!? Hoffen wir's.)





Sonntag, 17. November 2013

Zum Mitnehmen bitte


Irgendwie ist der November ein ziemlich billiger Abklatsch vom Dezember. Ehrlich. Es riecht schon nach Weihnachten, es glitzert aus jeder Ecke, kalt ist's auch und ein immer spürbares Stressgefühl ist auch mit von der Partie. Das alles nur ohne Glühwein, dem großen Fest und ohne dem Geschenke Suchen. Stattdessen gibt's Arbeits- oder Unistress. Als Social Network User würd' ich mal sagen: Das gefällt mir gar nicht.



Da kommt einem ein Wochenende wie dieses gerade recht. Interessante Themen, tolle Leute, Gangsterparties (so feiert der Student von heute) und Leckereien für's Aug' und's Herz. Damit das Buffet und die Mägen nicht leer bleiben, muss auch schon vor so einem Workshop-Wochenende allerhand vorbereitet werden. Etwas, das man auch mitnehmen kann. Gar nicht so leicht. Aber irgendwie doch machbar. Wirklich?

Ja, ganz ehrlich! Ein Mitbringsel für Fleischfresser und Blümchenstreichler:

200g Butter
1 Tasse lauwarme Milch
1 Germwürfel (Hefe)
2 Eier
2 TL Zucker
ca. 700g Mehl
Prise Salz

ca. 1kg Champignons
2 Stangen Lauch
1 Pkg. Feta
3 Hühnerfilets
Rosmarin
Salz, Pfeffer
Gemüsebrühe

1 Becher Crème fraîche
Gauda




Den Germwürfel löst man in der lauwarmen Milch auf und gibt 2 TL Zucker dazu. Genauso die 2 Eier und die zimmerwarme gewürfelte Butter. Danach gibt man das Mehl und die Prise Salz dazu und verknetet alles zu einem geschmeidigen Teig, den man gehen lässt. So wie sich's für den Germ gehört.
Bis der ordentlich an Größe zugelegt hat, kocht man die Hühnerfilets in Gemüsebrühe. Den Lauch schneidet man in Ringe und die Champignons in Scheiben. Den Lauch brät man in Olivenöl an und gibt anschließend die Champignons in die Pfanne. Gewürzt wird mit der Brühe, dem Salz und dem Pfeffer. Wenn die Filets fertig sind, zupft man sie in kleine Stückchen. Auch der Feta wird zerkleinert, dazu zerdrückt man den Käse einfach mit einer Gabel.

Der Teig, der nun wunderbar groß geworden ist, teilt man in zwei Hälften und rollt sie mit einem Nudelholz aus. Dann wird mit Crème fraiche bestrichen und mit Hühnchen, dem Feta und 1/3 der Pilzlauchmischung beleget. So ergibt sich eine Rolle, von der man ca. 5 cm große Scheiben abschneidet und so Schnecken zaubert. Die werden auf ein Backblech gesetzt, mit geriebenem Gauda und schwarzem, gerösteten Sesam bestrichen. Für die veggie Variante lässt man einfach das Hühnchen und den Sesam weg (damit man die beiden unterscheiden kann).



So kann geschlemmt werden. Ob warm oder kalt!



Sonntag, 28. Juli 2013

Die Reise geht weiter – Fajitas con Pollo


Nachdem jetzt schon die Griechen d'ran waren und die Italiener sowieso, kommen zum virtuellen Reisebericht jetzt auch noch die Mexikaner dazu. Schließlich wär's ja langweilig, wenn man immer nur auf einem Kontinent bleiben würd'.

Überzeugt haben sie mich in meiner Sommerresidenz im Hacienda auf dem Linzer Hauptplatz. Ein lauer... nein, heißer Sommerabend, ein Radler (für den österreichischen Touch) und die Fajitas, deren Füllung man frei wählen kann, sprechen für sich. Für die Unterhaltung wurde natürlich auch gesorgt, so wurden Palmen umgeworfen und die Namensgebung der Royals debattiert. Vor allem ersteres erfolgte völlig ohne Vorbereitung und ist somit besonders zu würdigen – was selbstverständlich von den gesamten Gästen des Lokals auch so gehandhabt wurde.

Und als ich meinen Fajita-Bausatz zusammenfügte und über am Boden liegende Palmen so vor mich hin sinnierte, kam mir der Gedanke doch selbst eine Ausgabe des Spiels "wer baut die schönsten Teigtaschen" herauszubringen. Gesagt getan.

Hier ist meine Bauanleitung mit folgenden Zutaten...

Für die Henderl-Gemüsefüllung braucht man:
2-3 Hühnerfilets
1 Zwiebel
1-2 Knoblauchzehen
2 Karotten
1 Zucchini
Mais
1 Dose Tomatensauce (stückig)
Chili nach Wunsch
Kreuzkümmel
Salz, Pfeffer
Gemüsebrühe

Die gwürfelte Zwiebel lässt man in einer Pfanne mit Öl glasig werden, bevor der Knoblauch und die ebenfalls gewürfelten Hühnerfilets dazu kommen. Wenn das Fleisch sich ein weißes Mäntelchen angezogen hat und sich mit leicht bräunlichen Accessoires schmückt, gibt man die länglich gestiftelten Karotten und Zucchini dazu. Sobald die etwas weicher geworden sind, fügt man auch die Tomatensauce, den Mais und die Gewürze hinzu. Man kann das Fleisch freilich auch weg lassen, wenn man's lieber vegetarisch mag.



Damit's für die Füllung keinen Grund gibt sich einsam zu fühlen, kommen noch ein paar Saucen dazu...

Guacamole:
2 Avocados
Cocktailtomaten
Zitronensaft

Koriander
Salz, Pfeffer

Die Avocados zerdrückt man mit einer Gabel und gibt die klein geschnittenen Tomaten (so viel man davon mag) dazu. Dazu kommt noch der Zitronensaft, Salz und Pfeffer.

Sour Cream:
1 Becher Rahm
1/2 Becher Crème fraîche
1/2 Knoblauchzehe
Curry
Salz, Pfeffer


Alles wird vermischt und aufgetischt.

Bohnenmus:
1 Dose Kidneybohnen
1 Schuss Rotwein
Salz, Pfeffer


Die Bohnen brät man in einem Topf an und löscht sie mit dem Rotwein ab. Bevor man sie noch salzt und pfeffert, püriert man sie und stellt sie wieder auf die Herdplatte. Das Mus soll noch warm sein, wenn's verbaut wird. Darüber streut man noch zerbröselten Feta.

Damit der Zusammenbau noch schmackhafter wird, braucht's noch:

Käse
Salat
Chili nach Wunsch
... und natürlich Weizentortillas


Meine Bau- oder Falttechnik sieht dann so aus: Die Saucen, die Füllung, der Salat, ... kommen länglich auf einer Seite der Tortillas hin, aber nur bis etwas länger als zur Mitte. Dann klappt man die Seiten links und rechts zusammen und das untere Ende verschließt das Ganze sozusagen. Jetzt darf gegessen werden.

Wer noch für eine kleine mexikanische Entrada sorgen will, reicht noch Nachos, auf die man optional ein paar Chilischeiben legt und mit Käse überbäckt.

¡Que aproveche!

Sonntag, 23. Juni 2013

Fesches Sandwich



Heute war wieder ein Sonntag wie's ihn nur in Wien gibt – ein ganz ein fescher nämlich. Der Grund dafür war der Fesch'Markt in der Ottakringer Brauerei, der mit allerhand schönen Dingen zu beeindrucken wusste. Auch wenn ich schon vor dem Betreten gestaunt hab', weil ich die Brauerei erstmalig bei Tageslicht gesehen hab'.
Diese Location wandelt sich in ihrer Bestimmung sehr gern, aber wenn dieser Markt ist, gefällt sie mir nun sicherlich am besten. Deswegen konnte die Psycho-WG so einiges käuflich und anderes mehr oder minder gratis erwerben. Als Herzstück des Beutezugs kann unser neuer Wandschmuck angesehen werden – ein Schaubild aus dem Jahre 1890 (so sagte man uns zumindest), das einen Muskatnussbaum und Ingwer zum Besten gibt. Wir konnten es einfach nicht dort zurücklassen und haben es nach langem (vorgetäuschten) Zögern und erfolgreichem Handeln gekauft und sind nun sehr stolz darauf. Am Heimweg wurde noch Lavendel am Straßenrand gratis gepflückt, der den Ausflug abzurunden wusste.




Kurzum brauchten unsere Bäuche dann auch eine Neuheit und durften sich über ein fesches Sandwich freuen. Dazu braucht man:

1 Baguette/ Ciabatta
Hühnerfilets
Schuss Sojasauce
1 Avocado
Kirschtomaten
Koriander
1 rote Zwiebel
brauner Zucker
Balsamicocreme
Salz, Pfeffer

Die Hühnerfilets würzt man mit Salz, Pfeffer und einem Schuss Sojasauce und brät sie dann in der Pfanne an, aber zeitlich am besten so, dass sie noch heiß aufs Brot kommen. Die Brotauswahl ist jedem selbst überlassen, es soll nur kurz angetoastet werden. Darauf verstreicht man dann die Guacamole, die man aus einer Avocado, angebratenen gewürfelten Tomaten, karamellisierten roten Zwiebeln, Koriander, Salz und Pfeffer herstellt. Das Karamellisieren ist keine große Kunst, man schneidet die Zwiebel in Würfel und brät sie in Öl an, dann kommt schon der Zucker und ein klein wenig von der Balsamicocreme darüber. Das lässt man auf kleiner Flamme so vor sich hin blubbern, bis der Rest fertig ist.

Dazu gab's bei uns heute den letzten Spargel des Jahres. Traurig beenden wir die Saison mit einem grünen, jungen Spargel. Dieser wird mit einem Zweig Rosmarin, etwas Puderzucker und Salz in einer Grillpfanne (mal wieder) angebraten. Darüber reibt man noch ein wenig Parmesan.



Weil wir dazu auch gern noch eine Sauce mögen, gibt's einen einfachen Joghurt-Dip:
1 Becher Joghurt
frische Kräuter nach Wahl
Knoblauch
Salz, Peffer

So kommt der sommerliche Snack auf den Tisch.











Fesches Speisen!