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Sonntag, 20. Dezember 2015

Rindsrouladen – Hauptspeise für das Weihnachtsmenü


Wo ist denn eigentlich die Zeit geblieben? Also die Adventszeit sowieso, immerhin naht das große Fest mit Riesenschritten, aber auch die Lebenszeit. Die 30 rückt immer näher und die Augen kann man gar nicht mehr so fest zusammenkneifen, um es nicht zu sehen, als dass es was nutzen würd'. Zumal die dadurch entstehenden Falten irgendwann auch nicht mehr weggehen. Nachdem ich jetzt also 27 geworden bin, wird der Körper müder und die Geburtstagswünsche weniger optimistisch. Von "Jetzt wirst du auch endlich erwachsen." bis "Auf ein letztes faltenfreies Jahr!"war dieses Mal alles dabei. Man kann unschwer erkennen, dass das Feiern besser ankommt, wenn es einen anderen Anlass gibt. Aufgrund der zeitlichen Nähe, verkauf ich's in Zukunft halt einfach immer als Weihnachtsfeier. Der Plan geht bestimmt auf. Um weiterhin Schwarzzumalen (so g'hört sich's hierzulande schließlich) möcht' ich auch noch auf die von Jahr zu Jahr abnehmende Anzahl der Geschenke unter dem Christbaum hinweisen. Man möge es sich an dieser Stelle selbst zusammen reimen, welchen Einfluss ein vorweihnachtlicher Geburtstag zusätzlich darauf hat. Aber irgendwo hab ich's munkeln g'hört, dass es ja das Fest der Liebe heißt und nicht das der Geschenke. Ich glaub' da ist was dran. Daneben könnt' es aber das Fest des tollen Essens sein, oder?



4 Rindschnitzel
Dijonsenf
ca. 8 Scheiben Schinkenspeck
8 Kapern
4 Stangen junger Brokkoli
8 eingelegte Zwiebeln
Salz, Pfeffer
Butterschmalz
1 Stange Lauch
2 Karotten
1/2 Sellerie
ca. 1 EL Tomatenmark
350 ml Rinderbrühe
1/2 Rotwein
2 Pimentkörner
2 Wacholderbeeren
2 schwarze Pfefferkörner
1 Rosmarinzweig
ca. 70 ml Schlagobers
Babykarotten, Romanesco, Kaiserschoten
Bandnudeln



Die Schnitzel werden geklopft, mit Senf bestrichen und mit Salz und Pfeffer gewürzt. Gefüllt werden sie mit halbierten Kapern, halbieren eingelegten Zwiebeln und den Brokkolistangen. Die Seiten klappt man ein, rollt die Schnitzel auf und bindet sie mit einem Küchengarn zu. Jetzt in einem Bräter 1 EL Butterschmalz zerlassen und die Rouladen von allen Seiten scharf anbraten. Danach rausgeben und Platz lassen für einen weiteren EL Butterschmalz und die gewürfelten Karotten, Sellerie und Lauch. Alles scharf anbraten, das Tomatenmark dazu geben und mit einem 1/4 l Rotwein ablöschen. Weiter kochen lassen, bis sich der Rotwein am Boden ansetzt und dann mit dem restlichen Rotwein und der Rinderbrühe aufgießen. Würzen mit Piment, Wacholder, schwarzem Pfeffer und dem Rosmarinzweig. Die Rouladen dürfen jetzt auch wieder hinein und ca. 2 Stunden bei mittlerer Hitze köcheln.
In der Zwischenzeit schon mal die Babykarotten, Röschen vom Romanesco und die Kaiserschoten in Salzwasser 5-10 Minuten kochen und anschließend in Eiswasser geben. Kurz bevor die Rouladen fertig sind wird das Gemüse in Butterschmalz angebraten und gesalzen. Auch die Nudeln werden gekocht. Die Rouladen kommen aus der Sauce und in den Ofen bei 60° bis die Sauce fertig ist. Von der nimmt ca. 2/3 des Gemüses raus und püriert es. Anschließend gibt man es wieder dazu und verfeinert alles noch mit ca. 70ml Schlagoberst.
Es kann angerichtet werden.



Ein Schuss weihnachtliche Ironie, bitte!

Sonntag, 22. November 2015

Thanksgiving auf Österreichisch


Dass Halloween das gute alte Allerheiligen, was doch eigentlich so wunderbar zum morbiden Wien passt, bereits abgelöst hat, hab ich ja schon mal ausführlich behandelt. Aber, heute möcht' ich diese Liste weiterführen und eine kleine Rebellion anzetteln. Nicht, dass ich Veränderungen nix abgewinnen könnt – klar find ich's toll, dass Burger die neuen Schnitzel sind und Röhrenjeans die (immer wieder aufbäumenden) Schlaghosen schon beinahe ganz in die Flucht geschlagen haben. Aber mein Christkind tausch' ich nicht gegen den Weihnachtsmann, auch wenn ich glänzende Augen bekomm', wenn er auf seinem roten Cola-Truck äh... Schlitten über den Fernsehbildschirm flimmert.
Ich häng einfach viel zu sehr an dem kleinen Kind mit den blonden Locken und Kinder sind ja schließlich auch die Zukunft, während ich das noch nie über alte Männer in roten Gewändern und weißen Bärten gehört habe. Auch wenn die "Alterspyramide" schon längst nicht mehr an die Bauwerke der alten Ägypter erinnert und moderne Pensionisten Triathleten sind.
Deswegen habe ich mich dazu entschieden, den Rufen meiner Freunde nach einem Thanksgiving Dinner nachzukommen. Und zwar in abgewandelter Form, nämlich in traditionell ländlicher mit einem gefüllten Hendl statt einem Truthahn und Kartoffeln statt Süßkartoffeln. Mit österreichischem Schmäh statt dem American Way of Life.



1 Brathuhn
Brathähnchengewürz
120g Semmelwürfel
70ml Milch
1 Schalotte
Petersilie
2 getrocknete Tomaten
Muskatnuss
Pfeffer, Salz
2 Eier
ca. 30g Butter
5 kleine Birnen
1 rote Zwiebel
2 Zweige Rosmarin
1 Schuss Apfelessig
Kartoffeln
Karotten



Zuerst wird für die Füllung die Schalotte gewürfelt, in etwas Butter angeschwitzt und mit der Milch aufgegossen. Diese Mischung gießt man über die Semmelwürfel, schneidet noch etwas Petersilie dazu und auch die klein geschnittenen getrockneten Tomaten. Danach wird das Brathendl gewaschen, ausgenommen und mit Brathendlgewürz innen uns außen eingerieben. Jetzt das Hendl füllen und auch ein wenig was unter die Haut schieben. In eine Auflaufform geben, ein wenig Wasser (ca. 1cm hoch) rein, oben drauf noch Butter und ab in den Ofen bei 200° Ober-Unterhitze für ca. 1 bis 1,5 Stunden. Auch ein paar Karotten dürfen dazu gegeben werden. Immer wieder mal mit eigenem Saft und etwas Wasser übergießen, nach der Hälfte der Zeit umdrehen.
In der Zwischenzeit werden die Birnen halbiert, die rote Zwiebel in Spalten geschnitten und in einer ausgebutterten Form mit Salz, Pfeffer, Rosmarin und einem Schuss Apfelessig für 20 Minuten mit Alufolie zugedeckt geröstet. Alles bei 200° Ober-Unterhitze. Danach entfernt man die Folie und lässt sie nochmal für ca. 15 Minuten im Ofen.
Die Kartoffeln werden in Spalten geschnitten, in etwas Olivenöl angebraten, gesalzen, mit etwas Wasser aufgegossen (wieder ca. 1cm hoch in der Pfanne) und solange bis sie weich sind gedünstet.
Danach kann angerichtet werden.




Ich verspreche aber zum nächsten Hollywood Blockbuster einen Burger der extra Klasse (vollkommen amerikanisch) zu kredenzen. Bis dahin: Moizeit zum verspäteten Erntedank!

Sonntag, 18. Oktober 2015

Mentale Stärke und Reh mit Kartoffelravioli und Wacholderschaum


Es gibt ja viele Möglichkeiten sich zu entspannen, diese aber auch zu beherrschen ist eine Kunst für sich. Sie zu lernen ist das Thema in noch mehr Vorträgen, Workshops etc., die von wiederum mehr Experten gehalten werden. So kam ich diese Woche in das Vergnügen dem "Mentalist"eine Stunde meines Lebens zu schenken. Die Namensgebung machte mir einen unvoreingenommen Einstieg ein wenig schwer, da es für mich halt nur einen Mentalist gibt und der heißt nunmal Patrick Jane (auch wenn das Ende der letzten Staffel bereits ausgestrahlt wurde). Während ich also damit beschäftigt war die Schublade mit Vorurteilen voller Kraft zuzuhalten, erklärte der zweite Mentalist, dass Entspannung der Schlüssel zum Erfolg wäre. Demnach war also doch recht bald der Moment erreicht, wo ich nicht mehr ganz so bei der Sache war und die Schublade wieder lautstark aufsprang. Der große Aha-Effekt blieb auch während den restlichen 45 Minuten aus, dafür wurde einiges an Effekthascherei geboten, gewürzt mit hypnotischen Übungen.
Da bleib ich doch bei meinen zwei sehr bewährten Methoden. Schlafen – die immer wirksame. Oder der Wald als Ruheort im Geist oder real. Letzteres steht aktuell ja sowieso hoch im Kurs, denn die Wildsaison ist bereits voll im Gange.



4 Rehfilets
3 Wacholderbeeren
2 Piment
1 Zwei Majoran
Fleur de Sel
Butter

400g kleine Kräuterseitlinge
Lauch
1 Zweig Rosmarin
Salz, Pfeffer

Wacholderschaum:
1 TL Wacholderbeeren
150ml Schlagobers
100ml Gemüsebrühe
1 Schuss Rotwein
70g Crème fraîche
1/2 TL Hagebuttenmarmelade
1/2 TL Preiselbeermarmelade
1/2 TL Dijon Senf
Salz, Pfeffer



Ravioli:
450g Mehl (universal)
120ml Wasser
2 Eier
2 EL Olivenöl

3 Kartoffeln (mehlig)
2 EL Ricotta
15g geriebener Parmesan
1 Messerspitze Muskat
10g Butter
Salz, Pfeffer



Zuerst wird der Nudelteig zubereitet, für den man das Mehl, Wasser, die Eier und das Olivenöl zu einer glatten Teigkugel verknetet und anschließend kühl stellt. Die Kartoffeln werden geschält, in Salzwasser gekocht bis sie gar sind und dann gepresst, damit sie mit dem Parmesan, dem Ricotta, Muskat, Salz und Pfeffer vermischt werden können. In einem Topf wird die Butter so lange zerlassen bis sie zu Nussbutter wird, um zu der Mischung zu kommen. Den Teig teilt man in kleinere Stücke und lässt diese von Stufe 7-1 durch die Nudelmaschine, sticht kleine Kreise aus, füllt und verschließt sie mit einem weiteren kleinen Nudelkreis.
Jetzt kann für das Reh wieder Butter in einer Pfanne nussig gemacht werden, dazu gibt man noch die 3 Wacholderbeeren, 2x Piment und den Majoranzweig. Jetzt das Reh dazu von allen Seiten gut anbraten und dann ab in den Ofen bei 100° Heißluft für 20-30 Minuten. Den Fleischansatz in der Pfanne löst man mit einem guten Schuss Rotwein. Dazu kommt gleich auch der Senf, das Schlagobers, das Crème fraîche und die Gemüsebrühe. Beide Marmeladen werden darin aufgelöst und die Wacholderbeeren im Mörser leicht angeknackt, damit sie ihr Aroma gut entfalten können. Auch sie kommen hinein. Salzen und Pfeffern und kurz vor dem Anrichten aufschäumen.
Mittlerweile können auch schon die Pilze angebraten werden. Dazu wird der Lauch fein geschnitten und in einer Pfanne in etwas Öl angeschwitzt. Die Kräuterseitlinge als auch den Rosmarinzweig dazu und mit Salz und Pfeffer würzen.
Die Tortellini jetzt in Salzwasser kochen bis sie aufsteigen und zu dem Reh, den Pilzen und den Wacholderschaum auf dem Teller anrichten.





Waidmannsheil!

Sonntag, 6. September 2015

Spätsommer Ravioli ODER winter is coming



Es ist geschafft! Die letzte Hitzewelle und somit auch der Sommer liegen hinter uns. Der September hat den August endlich abgelöst und die Beschwerden über den Regen die über's Schwitzen. Bis auf die Temperaturen hat sich also nicht b'sonders viel geändert. Ein Grund die Stimme für den Herbst zu erheben. Der Nebel und die rauchige Luft sorgen für eine ganz spezielle Atmosphäre, die bunten Farben der Blätter stellen die ausgedörrten Wiesen des Hochsommers in den Schatten und da nicht mehr geschwitzt wird, kann man auch wieder näher zusammenrücken. Besonders verlockend ist auch, dass man immer die Möglichkeit hat mehr Schichten anzuziehen, während die 40° es trotzdem nicht erlauben nackt durch die Straßen zu wandeln. Ist das nicht ein wahres Killer-Argument? Wer jetzt noch nicht völlig überzeugt ist, dem hilft an dieser Stelle nur noch eine Drohung: winter is coming! Nicht schockierend genug, weil alle Staffeln Game of Thrones so manche kalte Winternacht erwärmen? Dann hilft nur eins – den September einfach als Spätsommer bezeichnen und Ravioli aus südlicheren Gefilden genießen.



400g Mehl
100g Grieß
75ml Wasser
3 EL Olivenöl
1 TL Salz
3 Eier

Vegetarier-Füllung:
125g Ricotta
70g Gorgonzola
1 Feige
1 Handvoll Walnüsse
Salz, Pfeffer
1 TL geräucherter Ricotta

Fleischesser-Füllung:
125g Ricotta
italienische Salami
5 getrocknete Tomaten
1 TL Fenchelsamen
1 TL geräucherter Ricotta
Salz, Pfeffer

Ei
Butter
Salbeiblätter




Für den Teig werden das Mehl, Grieß, Wasser, Olivenöl, Salz und die 3 Eier miteinander vermengt und und zu einem glatten Teig verknetet. Er wird zwar nicht aufgehen, es schadet ihm aber nicht, wenn er's anschließend ein wenig warm hat, damit er geschmeidig bleibt.
Die vegetarische Füllung hat als Basis Ricotta, dann gibt man den Gorgonzola in groben Stücken hinein, hackt die Walnüsse und zerteilt auch das Innere der Feige. So wird alles miteinander verrührt bis sich eine homogene Masse ergibt, die man mit Salz, Pfeffer und dem geräucherten Ricotta abschmeckt.
Auch die andere Füllung braucht Ricotta, daneben kommen aber noch Fenchelsamen hinein, die man zuerst mörsert. Von der Salami schneidet man 7 feine Scheiben ab und würfelt sie, genauso wie die getrockneten Tomaten. Gewürzt wird wieder mit dem geräucherten Ricotta, Salz und Pfeffer.
Den Teig lässt man einige Male durch die Nudelmaschine bis er dünn ist und verarbeitet werden kann. Die vorletzte Stufe (6) der Maschine reicht auf jeden Fall. Die Füllung wird darauf verteilt, rund herum mit etwas verquirltem Ei bestrichen und mit einer weiteren Schicht Nudelteig belegt. So können die Ravioli ausgestochen werden und in kochendes, gesalzenes Wasser gegeben werden. Dort bleiben sie etwa so lang bis so oben schwimmen. Danach können sie raus und bekommen einen Mantel aus Salbeibutter, für die man zuerst die Butter erhitzt und anschließend die Salbeiblätter gebraten werden bis sie knusprig sind.





Willkommen wunderschöner Herbst!

Sonntag, 1. März 2015

Wo is' mei' Fleisch? ODER Schweinsbratl mit Kartoffelknedel und Steckelkraut




Als Kind kam mir nix über "mein" Fleisch. Wenn die Elfi also ihre Kohlrabisauce mit Semmelknödel g'macht hat, war mir die Empörung nicht nur im Gesicht abzulesen. "Und wo is' mei' Fleisch?", hab ich wohl lautstark protestiert. So zumindest die Überlieferung meiner Oma (die bestimmt nie zur Übertreibung neigt). Mein Bruder hingegen, etwas mager und wenn's ums Essen ging ein Sorgenkind, wollte davon lieber weniger als mehr auf'm Teller haben. (Ein Umstand der sich doch ein klein wenig verändert hat.) Ich also aufopferungsvoll wie ich ganz offensichtlich damals schon war: "Konn i dei Fleisch hob'n?" Ein Akt der Geschwisterliebe oder schlicht eine win-win-Situation, zumal uns beiden geholfen war.



Es verwundert also wenig, dass auch meine Mama (sehr auf die Herkunft der Nahrungsmittel bedacht) mit mir gemeinsam dem Metzger aus'm Ort doch öfter mal beehrte. In Teenagerjahren nahm dieses Fleischbedürfnis zwar ab, Fleisch von dort, war aber auch da noch ganz cool. (Solang es nicht Winter war und ich Angst haben musste, dass meinerseits die Nierchen drauf geh'n, wenn ich das Auto verlass', weil meine Jacken notorisch zu kurz und die Hosen ihrerseits zu tief saßen. Ich bezeichne es mal als Jugendsünde und lass' es so dahin gestellt.)
Heute kauf' ich selten Fleisch und dann auch nur aus vertrauenswürdiger Quelle. Auf Heimatbesuch, liegt's auf der Hand, ist das besagter Metzger. Ein Laden in dem die Zeit still zu stehen scheint, weil der Fleischermeister seine Kunden mit Namen nennt –  ihr Geld aber nicht persönlich annimmt, weil er nicht beides angreift. Also Fleisch und Bakterien (von den Münzen und Scheinen). Beim letzten Oberösterreichaufenthalt hab' ich wieder mal rein geschaut und auch was mitgenommen:

1-1,5 kg Schweinekaree (mit Schwarte, der liebe Metzger schneidet die schön ein auf Wunsch)
2 Becher Bratlfett
Salz
Kümmel
Paprikapulver
Majoran
2-3 Knoblauchzehen
2 Zwiebel
Wasser

Kartoffelknödel:
1 kg mehlige Kartoffeln
100g feiner Grieß
100g Kartoffelstärke
Salz

Steckelkraut:
2 kleine Krautköpfe
2-3 Lorbeerblätter
Kümmel
Salz




Zuerst beginnt man mit dem Fleisch, dem je nachdem ob's der Metzger schon gemacht, mit einem sehr scharfen Messer die Schwarte kreuzweise eingeschnitten hat. Vorsicht dabei, nur die Schwarte nicht das Fleisch selbst. Jetzt wird der Braten vorbereitet, in dem er mit ordentlich Salz, Kümmel, Paprikapulver und Majoran fest eingerieben werden. Danach presst man die Knoblauchzehen drauf und reibt sie auch ins Fleisch. So ist er bereit um angebraten zu werden. Das tut man am besten in einem Bräter, weil der nachher auch so ins Rohr muss. In den gibt man etwas vom Bratlfett, aber noch nicht zu viel, lässt es heiß werden und brät darin mit der Schwarte zuerst das Fleisch an. Es sollte nicht ankleben. Dann umdrehen. So vorbereitet kommt der Braten in den Backofen bei 180-200° Heißluft. In der Zwischenzeit viertelt man die Zwiebeln und gibt sie noch in den Bräter dazu. Nach einer Weile gibt man noch das restliche oder wenn man nicht so viel mag etwas vom Bratlfett rein. Eine halbe Stunde bevor der Braten fertig ist, wird mit etwas heißem Wasser aufgegossen. Man zwischendurch auch immer wieder etwas Saft über die Kruste geben, damit sie auch schön knusprig wird. Generell braucht 1kg Fleisch eine gute Stunde.
In dieser Stunde hat man Zeit sich um die Beilagen zu kümmern. Da werden also zuerst mal die Kartoffeln gekocht und noch heiß gepresst. So vermischt man sie mit dem Grieß, der Kartoffelstärke und dem Salz. Alles gut vermischt und zu hübschen Knödeln formen. Sie brauchen dann etwa 12-15 Minuten im heißen Wasser bis sie fertig sind (besonders toll werden sie auch im Dampfgarer).
Für das Steckelkraut putzt man die Krautköpfe und viertelt sie. Dann erhitzt man Wasser, salzt es, gibt Kümmel und ein paar Lorbeerblätter dazu. So darf das Kraut vor sich hin baden, bis es weich ist. Dauert etwa 20 Minuten.
Zurück zum Fleisch: kurz bevor es fertig ist, holt man's raus, schneidet's in Scheiben und gibt's nochmals für ein paar Minuten ins Backrohr. So bekommen alle Scheiben was vom Saft ab.
Ist alles fertig holt, kommt am besten alles in den Bräter rein und der auf den Tisch. Wer das Kraut extra servieren möcht', übergießt es noch mit etwas vom Bratensaft.



Moizeid beinond!
Heit teil i mei Fleisch mit eich.

Sonntag, 4. Januar 2015

Vom Gedankenlesen und einem (Glücks)Schweinebraten



Über Psychologen hat man sich ja so einiges zu sagen. Besser gesagt zu ihnen hat man einiges zu sagen, sobald sie sich im Alltagskontext als solcher (oder Student der Psychologie) geoutet haben. "Ich sag' jetzt nix mehr, sonst werd' ich analysiert!" oder "Das sind alles Gedankenleser.", sind nur zwei Beispiele. Beides trifft gar nicht zu – was bei letzterem natürlich schon auch irgendwie schad' ist. Stolz kann ich aber von mir behaupten, dass ich in die Zukunft schauen kann. Eine Gabe, die ich aber nur am 31.12. besitze – sie soll ja auch was besonderes bleiben.
Dem Mädchen im goldenen Kleid, das ihr knapp über ihren Hintern reicht, prophezeie ich eine gewaschene Blasenentzündung für 2015. Ihrer Freundin, in den 10 cm hohen Sandaletten halb oder gar ganz (eine Restunsicherheit bleibt) abgefrorene Zehen und dem Jungen mit den langen Dreadlocks, der von seinem soeben gezündeten Feuerwerkskörper einfach nicht weggehen will, kürzere Haare. Und das ganz ohne Glaskugel. Beeindruckt?
Der Liebe und mir hingegen sage ich ein Glücksschweinchen voraus. Eines, das als neu interpretierter Braten daher kommt. Die kleinen Plastikschweine würden ja auch nur rum stehen.



Krautsalat:
1/4 Krautkopf
1 Karotte
1/2 kleine Zwiebel
1 Schuss Milch
1 Schuss Essig
1 Schuss Zitronensaft
1 EL Mayonnaise
1 TL Zucker
Salz, Pfeffer

Schweinefleisch:
1/2 TL Kümmel
1/2 TL Senfkörner
1 TL Majoran
1 TL Paprikapulver
1/2 TL Knoblauchpulver
Salz, Pfeffer
ca. 200g Schweinefilet
2 Thymianzweige
1 Knoblauchzehe
Öl






Knödel:
125g Knödelbrot (Semmelwürfel)
75ml Milch
1 kleine Zwiebel
Muskatnuss
Salz, Pfeffer
1 Ei
1 TL Majoran
Butter

Zusatz:
Salatblätter
1 Topinambur

Der Krautkopf wird fein geschnitten und auch die Karotte wird in feine Streifen transformiert. Dazu kommt jetzt die klein gehackte Zwiebel, der Schuss Milch, Essig und Zitronensaft. Auch die Mayonnaise, der Zucker, Salz und Pfeffer dürfen nicht fehlen.

Für die Semmelknödel wird die Zwiebel gewürfelt und in etwas Butter angeschwitzt. Danach wird die Milch drüber gegossen und mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer gewürzt. Die Milchmischung gießt man über die Semmelwürfel, gibt dem ganzen noch ein Ei und Majoran dazu und schon ist die Masse fertig. Also wenn man alles miteinander verrührt hat. Jetzt noch etwas ziehen lassen und danach zu Knödel formen, die man in Frischhaltefolie wickelt, etwas platt drückt und anschließend noch einen Mantel aus Alufolie verleiht. So kommen sie für ca. 15 Minuten in simmerndes Wasser.

Für das Fleisch wird zuerst ein "rub" vorbereitet. Der besteht aus gemörsertem Kümmel und Senfkörnern, gemeinsam mit Majoran, Knoblauchpulver, Paprikapulver, Salz und Pfeffer. Damit wird das Filet gut eingerieben. In einer Pfanne macht man etwas Öl heiß, legt den Thymian und die Knoblauchzehe dazu und brät bei hoher Flamme los. Und zwar auf jeder Seite. Nun ab in Alufolie und ab in den Ofen bei 180° Ober- Unterhitze für 5-7 Minuten. So hat es nachher einen rosaroten Kern.

Das ganze wird in Burgerform zusammengesetzt und zwar so: Zuerst schneidet man die platten Semmelknödel längs nach durch und gibt auf die untere Hälfte etwas Salat und Topinambur. Darauf legt Scheiben vom Schweinefleisch, worauf wiederum der Krautsalat kommt. Abschließen mit der zweiten Semmelknödelhälfte und fertig.





Ein frohes Neues!

Sonntag, 21. Dezember 2014

Weihnachtliche Vorstellungen und ein Huhn auf Polenta und Wurzelgemüse



Zu kaum einer anderen Zeit klaffen die Vorstellungen so weit auseinander wie an Weihnachten. Die einen sprechen von besinnlichem Beisammensein, die anderen von X-Mas Partys. Die Palette reicht also von Brettspielen über Gut Aiderbichel bis hin zum Clubbing. Fest steht aber, dass ein Fest her muss. Schön ist es, wenn alle von ihren unterschiedlichen Traditionen erzählen und sich dabei ein Lächeln heimlich auf die Gesichter stiehlt. Die Erinnerungen an Kindertage werden wieder ganz klar und irgendwie wird einem dann doch ganz warm ums Herz. Schlussendlich lässt's einen dann auch die überfüllten Einkaufsstraßen und die eine oder andere vorweihnachtliche Krise vergessen. 
Meine Eltern berichten klassisch von den Bratwürstel mit Sauerkraut und einem wunderschönen Christbaum. Gut, beim Christbaum sind wir uns einig, bei den Bratwürstel aber wirklich gar nicht. Durchsetzen werd' ich mich mit einem Zitronenhuhn auf Wurzelgemüse und Polenta. Widerstand zwecklos – dafür garantiert der Weihnachtsfrieden mit der Laterne und der roten Kerze darin.



Wurzelgemüse:
7 kleine bis mittelgroße violette und orangene Karotten
1/4 Sellerie
1 Pastinake
1 mittelgroße rote Rübe (Bete)
1 rote Zwiebel
2-3 Knoblauchzehen
Olivenöl
einige Zweige frischer Thymian
1/2 Clementine
1/2 Zitrone
Pfeffer, Salz

Hühnerbrust:
4 Hühnerbrüste mit Haut
1 Zitrone
Zitronenpfeffer
Thymian
Salz
Olivenöl

Polenta:
150g Polenta
125ml Milch
125ml Schlagobers (Sahne)
150ml Suppenbrühe




Zuerst werden die Karotten, der Sellerie, die Pastinake, die Rübe und die Zwiebel geschält. Je nach Größe werden die Karotten längs halbiert und die Zwiebel. Das restliche Gemüse wird länglich geschnitten, also auch die Zwiebel. Die wird somit nicht zu Ringen sondern zu Spalten transformiert. Gemeinsam kommt alles auf ein tiefes Backblech und wird mit Olivenöl, dem Saft einer halben Clementine und dem einer halben Zitrone verfeinert. Die Thymianzweige werden teilweise abgezupft und teilweise ganz darüber gestreut. Jetzt noch pfeffern und salzen. Bei 180° Heißluft kommt alles für etwa 30 Minuten in den Ofen.
In der Zwischenzeit wendet man sich dem Hühnchen zu. Dem zieht man die Haut ab und würzt es mit dem Saft einer Zitrone, Zitronenpfeffer, Thymian und und Salz. Für die Verarbeitung der Haut erhitzt man eine Pfanne auf mittlere Hitze, legt die Haut hinein und beschwert sie mit einem Topf. So wird sie innerhalb von ca. 20 Minuten knusprig.
Für die Polenta wird die Milch, das Schlagobers und die Suppenbrühe erhitzt. Danach kommt der Maisgrieß auch schon hinein. Gut umrühren und bei Bedarf noch Flüssigkeit hinzufügen. Hitze zurücknehmen, Deckel drauf und ziehen lassen.
Die Hühnerbrüste werden in Olivenöl beidseitig angebraten. Aber nicht zu lange, da es sonst trocken wird.
Zum Anrichten wird die Polenta mittig auf den Teller platziert, darauf kommt etwas Wurzelgemüse, danach die aufgeschnittene Hühnerbrust und abschließend die Hautchips. Wer möchte kann noch etwas Fleischsaft darüber träufeln und mit ein paar frischen Kräuter- oder Salatblättchen garnieren.





Wunderbare Vorbereitungstage!

Sonntag, 19. Januar 2014

Als ein Curry von Indien nach Europa reiste



Ob Bollywood was für einen is', kann sich ja ein jeder für sich überlegen. Dabei sollte man aber gar nicht mal so laut darüber nachdenken, weil viele diesbezüglich einer Meinung sind. Versteht man ja auch, besonders wenn von 2 Stunden 1,5 gesungen werden.
Gar nicht Bollywood war dieseWoche. Aber dafür wunderbar indisch – Motto: Indien zu Besuch in Wien. Angefangen hat's also mit dem Film "Lunchbox", der ohne Tänzer, aber dafür mit Speisen, bei denen man sich ein Geruchs-Kino wünscht, aufwartet. Eine Geschichte über die Liebe, Freundschaft und den Einfluss des Magens darauf – wenn's denn beim Richtigen ankommt. Beim Verlassen des Kinos muss man aber mit einem großen Hunger im Bauch rechnen.
Daraufhin stochert man rum in den verschiedenen Gerichten und ist irgendwie so gar nicht froh, WEIL man will ja eigentlich auch so eine Lunchbox. Für Abhilfe wurde gesorgt. Der liebste Inder hierzulande wurde in gewohnter Tradition aufgesucht und hat uns alle wieder so erfreut. Einen besseren findet man nicht – einmal tulsi, immer tulsi.




Aber nachdem die liebe Freundin von ihrem Indienmonat neben Geschichten auch tolle Rezepte mitgebracht hat und sie ihr besonderes Curry verraten hat, kommt auch in die Wohnung ein Hauch Indien.



3 Mädels essen diese Portion nicht ganz auf, aber fast:
3 Hühnerfilets
4 mittelgroße Kartoffeln
1 Zwiebel
1 Dose Kokosmilch
Gemüsebrühe
Paprikapulver
Curry (die Qualität macht's aus)
Kurkuma
Salz
Chili
Öl

2 Paprika
1/2 Zucchini
Champignons
Rosmarin




Das Öl wird erhitzt, bevor Paprikapulver dazu kommt. Beide sollen sich miteinander verbinden. Anschließend kommt die Zwiebel gewürfelt dazu, wird angeschwitzt und das in Stücke geschnittene Hühnerfilet leistet ihr Gesellschaft. Sobald es angebraten ist, kommen auch die Kartoffeln (ebenfalls gewürfelt) hinein. Und schon wird mit einem Schuss Kokosmilch abgelöscht. Jetzt ordentlich Curry rein und auch etwas Kurkuma und Salz, so viel man will. Man gießt immer wieder etwas Kokosmilch nach, aber auch etwas Gemüsebrühe. Während das alles sämig wird und man zwischendurch immer mal wieder umrührt, schneidet man das Gemüse. Das wird nämlich auch in einer Pfanne mit ebenfalls so einem Paprikaöl angebraten. Salzen, Rosmarin und auch noch andere Kräuter, wenn man mag, dazu geben. Sobald die Kartoffeln nicht mehr fest sind und sich alles schön eingekocht hat, ist's bereit um serviert zu werden. Ein bisschen Kokosmilch für die Optik noch darüber und mit Chili abschließen.



कृपया भोजन का आनंद लीजिये !
(Ob das auch wirklich "please enjoy your meal" heißt!? Hoffen wir's.)