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Sonntag, 21. September 2014

Von Ehrentagen und anderen Events ODER Tortenzeit



In manchen Monaten häufen sich die Events wie die warmen Semmeln. Okay, eigentlich sagt man ja, etwas geht weg wie die warmen Semmeln – aber mit Sprichworten hab' ich's halt wirklich gar ned. Was ich meine ist, dass man da aus'm Feiern gar nimma raus kommt. Es nimmt kein End'. In unserer Familie ist das der September. Da hat der Papa Geburtstag und auch der Schwiegerpapa in spe, da feiert die Tante ihren Ehrentag und auch die Nichte hat ihren ersten. So zwischendurch ist dann auch noch die liebste Freundin d'ran und auch die Liebe und ich haben unseren Jahrestag. So viele Geschenke kauft man üblicherweise nur an kälteren Tagen, die man sich im Gegenzug mit Glühwein versüßen kann.
Sei's wie's sei. Alle paar Tage überlegt sich einer also auch noch welche Torte es geben könnt'. Ich hätt' da deswegen gleich einen Vorschlag mitgebracht, der beispielsweise einem Geburtstag alle Ehre macht. Eine Birnentorte mit allerhand Schoko und Nuss.




2 Eier
1 Becher Zucker
1 Becher Joghurt
1 Becher geriebene Haselnüsse
1/2 Becher Öl
1 EL Vanillezucker
1 Pkg. Backpulver
2 Becher Mehl
1 Birne
Kardamom
Zimt

(^für diese Torte mal zwei nehmen)

500g Mascarpone
100g weiße Schokolade
150g Nougat
Holundergelee
gehackte Haselnüsse



Zuerst werden die Eier mit dem Zucker schaumig geschlagen. Danach darf auch schon das Joghurt, der Becher Haselnüsse, genauso wie der halbe Öl und der Vanillezucker zum Mixen dazu. Das Mehl und das Backpulver werden hineingesiebt. Alles wird gut miteinander vermixt und etwas Kardamom und Zimt dürfen auch nicht fehlen. Die Birne wird g'rieben und auch unter die Masse gehoben. so kommt der Teig in eine ausgebutterte Form und bei 170° Heißluft für etwa 45 Minuten in den Ofen hinein. (Zwei mal machen.) Ist er ausgekühlt kann man sich den Cremen zuwenden.
Dafür werden von dem Mascarpone vier sehr gut gefüllt Esslöffel genommen und in eine Schüssel übersiedelt. Die weiße Schokolade wird über dem Wasserbad geschmolzen, etwas abkühlen gelassen und mit der Mascarpone mit einem Mixer vermischt. Die Nougatcreme braucht zuerst mal Nougat, der ebenso über'm Wasserbad zerlassen wird und, etwas abgekühlt, in eine andere Schüssel zum restlichen Mascarpone kommt.
Die Tortenböden werden jeweils einmal in der Mitte durchgeschnitten und auch die Oberseite etwas begradigt. Die ersten beiden Schichten werden mit der Nougatcreme und dem Holundergelee gefüllt, während die letzte mit der Schokoladencreme und ebenso Holundergelee ausgestattet wird. Zusätzlich kommen in jede Schicht ein paar gehackte Haselnüsse.
Ist alles zusammengesetzt, wird oben die weiße Creme und unten die dunkle aufgetragen. Am besten arbeitet man sich von oben nach unten und stellte die Torte auf eine drehbare Platte, damit ein schöner Verlauf entstehen kann. (Eine etwas genauere Beschreibung findet man hier dazu: Mädchentorte) Oben d'rauf jetzt noch ein paar grob gehackte Haselnüsse und fertig ist die Torte.



Alles Gute!


Sonntag, 5. Mai 2013

Nougatknödel mit Zwetschkenröster ODER siaße Knedln vo da Oma


Nachdem diese lern- und lehrreiche Woche noch kein anständiges Gericht zu Stande gebracht hat, ist die Wahl auf eine sonntägliche Leckerei gefallen. Damit das siaße Zeigs auch keinen all zu großen Schaden anrichten kann, wurden die Zuckerspiegel auf ein Minimum herabgesetzt.

Diese besondere Art von Knödeln hat eine langjährige Tradition in der gesamten Familie und soll nun an dieser Stelle fortgeführt werden. Eine Tradition, die sogar von beiden Omas über Jahrzehnte aufrecht erhalten wurde und heut noch die jüngeren Generationen mit Begeisterung an den alten Küchentisch zerrt. Ob sich die Zubereitungen der beiden Spezialistinnen voneinander unterscheiden, kann hier leider nicht mehr festgestellt werden – so wurde also das Rezept gewählt, das nicht vorzugsweise von Bruder und Cousin als Wettkampfbasis betrachtet wurde, sondern mit beständiger Qualität glänzt. Kaum zu glauben, dass man tatsächlich 13 solche Knedln essen kann... bei dem einen oder anderen sieht man das vielleicht auch heute noch.

Was man braucht, um unter Zuckerentzug-Leidende wieder zum Leben zu erwecken sind also:

250g Topfen (auch Quark genannt)
120g Mehl
80g Grieß
2 Eier

80g zerlassene Butter
Prise Salz
... und Nougat(pralinen) nach Wahl (Mozartkugeln sind z.B. schon mal eine sehr gute Basis)




Und jetzt geht's so einfach zur Sache wie noch nie (abgesehen von der Mayonnaise aus dem 3. Post, die ich ja damit bewerbe): Alles, bis auf den Nougat, kommt in eine Schüssel und wird mit Knethacken bearbeitet bis ein schöner glatter Teig dabei raus kommt. Will er noch weiter gestreichelt werden und macht dies mit zwanghaftem Klebenbleiben deutlich, dann hilft noch ein wenig mehr Mehl. Das war's dann aber auch schon mit dem Teig, er muss sich nur noch mit dem Nougat anfreunden und das macht er am besten indem man ihn auf leicht nasse Hände gibt, ein bissal flach drückt, den Nougat (am besten in runder Form) darauf gibt und ihm dann dabei hilft das Kugerl zu umschließen. Noch kurz ein wenig in Mehl gerollt und fertig ist der erste Nougatknödel. Das macht man so lange bis man keinen Teig oder keine Lust mehr hat. Alle Knödel kommen dann in einen Topf mit kochenden Wasser und fristen so ihr Dasein für etwa 20 Minuten.

Damit den Knöderln nicht zu kalt wird nach dem heißen Bad, werden in der Zwischenzeit die Brösel als Mantel gemacht. Dafür braucht man:

Semmelbrösel
Zucker
Vanillezucker
Zimt
geröster & gemörserte Haselnüsse
Butter, Öl

Das kommt in eine tiefere Pfanne und zwar genau in der Menge, wie man's selbst gern mag.

Damit das alles keine zu trockene Geschicht' wird, wird auch noch für den fruchtig, saftigen Teil gesorgt in Form eines Zwetschkenrösters.

500g - 1000g Zwetschken (Pflaumen gehen auch und haben jetzt scheinbar eher Saison)
Zucker
Zimt
Kardamom
Nelken
Wasser
Rum

Die Früchte werden in Stücke geschnitten und kommen zum Wasser und dem Rum auf die heiße Platte, um dort gemeinsam mit den Gewürzen und dem Zucker einzukochen – solang bis das Ganze nicht mehr knackig ausschaut. Wer es nicht so flüssig mag, darf es natürlich gern ein wenig eindicken.

Wenn dann alle Elemente der Zuckerbombe idealerweise gleichzeitig fertig werden, wälzen sich die Knödel wie angekündigt in den Bröseln und es kann gegessen werden.
Erstaunlicherweise hätte auch heute wieder ein Wettessen stattfinden können, die zwei Tabellenführer haben aber gefehlt, als Ersatz gab's nur jemanden der zu den Bröseln trotz häufigen Tadelns Streusel sagt und der Fuchs (natürlich nur in Form eines Buttons), der gestern glückselig auf dem Flohmarkt erstanden wurde.


Die Knödel können jetzt auch wieder entpersonalisiert und gegessen werden – sonst wär's ja gar ein wenig barbarisch.




Die Knödelei sagt Danke und Mahlzeit am Nachmittag!