Freitag, 18. Oktober 2013

Zartbitter trifft Kaki. Eine süße Verbindung.


Die Hände sind kalt, die Nasenspitze rot und das Backrohr vorgeheizt. Warum? Na, weil man die letzten Sonnenstrahlen am besten draußen und danach was Süßes drinnen genießt. Und jetzt ganz unverblümt: das ist die Weisheit des Tages. Eben ein Garant für einen gemütlichen Freitagnachmittag.
Man fragt sich hier schon länger, warum die Kaki oder Scharon (wie man mag) so selten medial verbreitet wird. Aber eigentlich kann's dafür nur zwei Gründe geben. Entweder war die Recherche zu oberflächlich, oder die Frucht ist jedes Mal schon aufgegessen, bevor sie verarbeitet werden kann. Vermutlich ist's aber zweiteres, weil die halt wirklich göttlich ist – sagt ja auch Wikipedia ("die göttliche Frucht").





Die weite Reise der Kaki soll mit etwas Schokoladigem belohnt werden:
200g Mehl
100g Butter
1 Ei
30g Trinkschokolade
1 EL Kakao
50g Zucker
Prise Salz

Vermengt man diese Zutaten, indem man zuerst das Mehl und die Kakaosorten mit kleinen Butterstückchen verbindet und danach auch alles andere reinknetet, entsteht ein dunkler Mürbteig. Den man nach einer kühlen Ruhepause von ca. 1 Stunde in einer Tarteform bei 180° (Ober-Unterhitze) 35-40 Minuten bäckt. Wobei 15-20 Minuten davon blind passieren, dazu legt man Backpapier und z.B. getrocknete Kichererbsen d'rauf. Mit einer Gabel sticht man vorher noch ordentlich rein (wer mit Voodoopuppen vertraut ist, weiß auf jeden Fall wie's geht).

Während der Teig auskühlt, bereitet man eine Art Schokomousse aus...
150g Zartbitterschokolade
1 Becher Sahne
& Mark einer Vanilleschote zu.



Die Schokolade lässt man über Wasserdampf schmelzen und danach etwas abkühlen. Die mit Vanillemark geschlagene Sahne wird anschließend unter die Schoko gehoben und auf den Teigboden gestrichen.

Dann kommt die Kaki zum Einsatz. Sie wird in Spalten geschnitten und auf die Schokomasse gelegt. Zum Festwerden kommt die Tarte für 2 Stunden in den Kühlschrank.

Ein schokoladiger Start in's Wochenende!




Samstag, 12. Oktober 2013

Der internationale Kürbis


Bevor die Kinder die Messer wetzen, um am 31.10. die schönsten Kürbislaternen präsentieren zu können, kocht man noch eiligst seine liebsten Rezepte mit dem Herbstgemüse. Denn auch so ein Hokkaido kann schnell mal zweckentfremdet werden und statt zu guter Letzt am Teller auf der Fensterbank (und zwar leuchtend) landen. Das soll halt nicht passieren.



Um dafür Sorge zu tragen, macht man's dem Kürbis besonders gemütlich und packt ihn warm ein. So fein ist's halt nur in einem Nudelteig. Raus kommen dann tortelli di zucca und damit kehren also auch die Italiener zurück in die Delight-Küche. Nimmt man's genau, müssen die Teigtaschen gar keine Italiener sein, genau so gut wär' eine österreichische oder deutsche Abstammung möglich und der Name könnt' folglich z.B. Schlutzkrapfen oder Maultasche sein. Ein ganz schön umtriebiger Kürbis.



Der Pastateig ergibt sich in diesem Fall aus...
470g Mehl (universal)
50g Weizengrieß
5 Eier
Schluck Wasser
Prise Salz




Alles zusammen wird verknetet und darf rasten, während man die Füllung aus...
1 kleinen Hokkaido
250g Ricotta
50-80g Parmesan
10 Walnüsse
Muskatnuss
Salz, Pfeffer

Den Kürbis schneidet man in Stücke und gibt ihn mit etwas Wasser in einen Topf bis er gar ist. Ist das geschehen, püriert man ihn und gibt den Ricotta gemeinsam mit dem geriebenen Parmesan dazu. Die Walnüsse werden auch grob gerieben und kommen gemeinsam mit den Gewürzen zu der Mischung.
Den Teig lässt man durch die Nudelmaschine und bearbeitet ihn mit dem Nudelholz. Dann sticht man Kreise aus und gibt 2 Teelöffel der Masse mittig d'rauf. Zusammendrücken kann man es mit dem speziellen Ausstecher oder mit einer Gabel, nachdem man die Kreise in der Mitte zusammengeklappt hat.

Ca. 10 Minuten lang köcheln die Taschen in Wasser mit etwas Salz vor sich hin. In der Zwischenzeit lässt man etwa 50g Butter in einer Pfanne zerlaufen und gibt Salbeiblätter hinein. Bis die Nudeln fertig sind, sind auch die Salbeiblätter knusprig gebraten. Sollte die Butter dabei braun werden, ist's auch nicht von Nachtteil.



Parmesan d'rüber!




Sonntag, 6. Oktober 2013

Die moderne Studentenküche – selfmade Ketchup


Lange Zeit waren Tiefkühlpizza, Dosengulasch und Fischstäbchen die Wahrzeichen einer studentischen Lebensart. Doch diese Ära ist vorbei, denn heute is(s)t man nicht nur hip, sondern auch bio. Und eins von beiden auf jeden Fall zurecht. Wenn man dann auch noch selbst den Kochlöffel schwingt und somit nicht der Rohkost verfallen ist, dann toppt man das wohl noch (... find' ich halt). Damit für die frischen (Bio-)Zutaten gesorgt ist, kauft man am Markt ein – oder in Wiener-Manier am Naschmarkt.



Kümmert man sich zudem noch um die Integrationspolitik, nimmt man die liebste Mitbewohnerin und treue Gefährtin aus dem Nachbarland an der Hand und macht oben Beschriebenes freilich gemeinsam. Darin hindert einen auch die ZDF-Nachrichtensprecherin, die die Wörter Zecken- und Deutschenplage in einem Satz verwendet, nicht. Zur Krönung kocht man eben Ketchup von der Oma der Freundin – is' ja eh alles eine Sauce.



Dazu braucht's:

3kg Fleischtomaten
3 Karotten oder Möhren
4 Knoblauchzehen
750g Zwiebeln
500g Äpfel
2 Hände Zwetschken oder Pflaumen
1 Paprika
3 Petersilienwurzeln
300g Zucker
50g Salz
50g Senfkörner
6 Nelken
1 Lorbeerblatt (da muss man akkurat sein)



1 TL Pfeffer
1 TL Paprikapulver
1 TL Muskatnuss
1/2 TL Zimt
1/2 TL gemahlener Ingwer




Von dieser Menge an Zutaten nimmt man sich die heraus, die man auch schneiden kann und macht das auch. Wobei die Stücke nicht so klein sein müssen, wenn sie in einen GROSSEN Topf kommen. Wichtig ist, dass man die Tomaten entwässert und entkernt und mit dem Resultat davon dann auf die 3kg kommt. Auch können sich Zucker, Salz, Senfkörner, Nelken und das Lorbeerblatt schon dazu gesellen und jetzt 2 h lang kochend wellnessen.
Danach ist's mit diesem Lotterleben aber auch schon wieder vorbei und der Pürierstab wird angesetzt. Hat man das erledigt, darf passiert werden, damit's die typische Ketchupkonsistenz bekommt. Durch ein Sieb und mit Hilfe eines Passierers wird man dem ganzen Herr und das tägliche Armmuskeltraining kann man sich auch sparen. Danach kommen noch die Gewürz-Teelöffel rein und das oder der Ketchup kann ab in die Flasche (oder Glas). Auf den Kopf gestellt und fertig!


Umgedreht wartet der Saucen-Klassiker auf seine leckere, fettige Begleitung...

Pommes? Burger? Seid's ihr da irgendwo?



Mittwoch, 25. September 2013

Der Alleskönner – die Preiselbeere



Dieser Tage bietet die Natur wirklich so Allerhand und dass man davon kulinarisch recht begeistert sein kann, zeigen ja schon die letzten Beiträge. Während man sich aber Rezepte für Pilze, Kürbis, Zwetschken und Co. überlegt, vergisst oder kennt man einen Herbstgruß erst gar nicht. Einer, der so vielseitig einsetzbar ist, wie man's eben nur selten erlebt und dabei schmeckt er auch noch gut. Damit die FeministInnen jetzt keinen roten Kopf bekommen, sollte man aber eigentlich von "ihr" reden. Denn sie ist der Tausendsassa, die einzige, der der rote Kopf auch steht – die Preiselbeere.






Von August bis November hat sie ihren großen Auftritt, in den letzten Jahren aber nicht in meiner Küche. Das muss geändert werden und zwar schleunigst. Deswegen gibt's jetzt mal wieder Marmelade – in dieser Form darf sie nämlich das Schnitzel, den Camembert, den Kaiserschmarrn, das Wild und so viele mehr begleiten. Ein wunderbares Geschenk des Spätsommers also, genauso wie die aktuellen Temperaturen. So schön kann's halt sein.

Für ca. 4 Gläser der Vielseitigen braucht man:

1 kg Preiselbeeren
500g Bio-Gelierrohrzucker
1 Orange
1 Schuss Noilly Prat (franz. Wermut)



Die Preiselbeeren werden entstielt und gemeinsam mit dem Gelierzucker aufgekocht, der Saft von einer Orange kommt hinzu, genauso wie der Alkohol. Das lässt man ein paar Minuten vor sich hin köcheln und füllt die Marmelade in die zuvor heiß ausgewaschenen Gläser. Das war's auch schon. Es kann also scheinbar nicht nur schön, sondern auch einfach sein. Auf alle Fälle aber auch lecker. (Nachtrag: Wenn man mag, fährt man ein paar mal kurz mit dem Pürierstab durch die Beeren, wenn sie schon etwas weich gekocht sind. Muss man aber nicht. Je nachdem wie man seine Marmelade am liebsten hat.)
Entscheidet man sich für den Camembert, kann man ihn auf's Brot geben und bei 180° Ober- und Unterhitze backen, um ihn dann mit der Preiselbeermarmelade zu genießen.



Spätsommerliche Grüße aus dem Glas!