Sonntag, 17. November 2013

Zum Mitnehmen bitte


Irgendwie ist der November ein ziemlich billiger Abklatsch vom Dezember. Ehrlich. Es riecht schon nach Weihnachten, es glitzert aus jeder Ecke, kalt ist's auch und ein immer spürbares Stressgefühl ist auch mit von der Partie. Das alles nur ohne Glühwein, dem großen Fest und ohne dem Geschenke Suchen. Stattdessen gibt's Arbeits- oder Unistress. Als Social Network User würd' ich mal sagen: Das gefällt mir gar nicht.



Da kommt einem ein Wochenende wie dieses gerade recht. Interessante Themen, tolle Leute, Gangsterparties (so feiert der Student von heute) und Leckereien für's Aug' und's Herz. Damit das Buffet und die Mägen nicht leer bleiben, muss auch schon vor so einem Workshop-Wochenende allerhand vorbereitet werden. Etwas, das man auch mitnehmen kann. Gar nicht so leicht. Aber irgendwie doch machbar. Wirklich?

Ja, ganz ehrlich! Ein Mitbringsel für Fleischfresser und Blümchenstreichler:

200g Butter
1 Tasse lauwarme Milch
1 Germwürfel (Hefe)
2 Eier
2 TL Zucker
ca. 700g Mehl
Prise Salz

ca. 1kg Champignons
2 Stangen Lauch
1 Pkg. Feta
3 Hühnerfilets
Rosmarin
Salz, Pfeffer
Gemüsebrühe

1 Becher Crème fraîche
Gauda




Den Germwürfel löst man in der lauwarmen Milch auf und gibt 2 TL Zucker dazu. Genauso die 2 Eier und die zimmerwarme gewürfelte Butter. Danach gibt man das Mehl und die Prise Salz dazu und verknetet alles zu einem geschmeidigen Teig, den man gehen lässt. So wie sich's für den Germ gehört.
Bis der ordentlich an Größe zugelegt hat, kocht man die Hühnerfilets in Gemüsebrühe. Den Lauch schneidet man in Ringe und die Champignons in Scheiben. Den Lauch brät man in Olivenöl an und gibt anschließend die Champignons in die Pfanne. Gewürzt wird mit der Brühe, dem Salz und dem Pfeffer. Wenn die Filets fertig sind, zupft man sie in kleine Stückchen. Auch der Feta wird zerkleinert, dazu zerdrückt man den Käse einfach mit einer Gabel.

Der Teig, der nun wunderbar groß geworden ist, teilt man in zwei Hälften und rollt sie mit einem Nudelholz aus. Dann wird mit Crème fraiche bestrichen und mit Hühnchen, dem Feta und 1/3 der Pilzlauchmischung beleget. So ergibt sich eine Rolle, von der man ca. 5 cm große Scheiben abschneidet und so Schnecken zaubert. Die werden auf ein Backblech gesetzt, mit geriebenem Gauda und schwarzem, gerösteten Sesam bestrichen. Für die veggie Variante lässt man einfach das Hühnchen und den Sesam weg (damit man die beiden unterscheiden kann).



So kann geschlemmt werden. Ob warm oder kalt!



Montag, 4. November 2013

Blaukraut bleibt Blaukraut und… hat in den Krautfleckerl nix zu suchen



Krautfleckerl g'hören einfach zum kalten Wetter, wie der Schnee zu Weihnachten. Gut, vielleicht ist die Beziehung nicht ganz sooo intensiv, wie von zweitgenannten, aber auf jeden Fall passen die halt einfach sehr gut zum Nebel und dem Magenknurren nach dem Rechen der Blätter. Findet zumindest der Opa. Vor allem weil's dieses Essen meistens oder bisher eigentlich immer bei der Oma gibt.

Als ihr dann zugetragen worden ist, dass die Fleckerl jetzt von der Enkelin zubereitet werden sollen, hat man gar nicht so schnell schauen können, war sie auch schon da. Neben dem Herd hat sie dann mit einem Probierlöfferl g'standen, Tipps in regelmäßigen Abständen gegeben und Rotkraut als Dealbreaker und weniger als b'sond'ren Piff angesehen. Das hab ich mir dann auch ein- oder besser ausreden lassen, aber die eine oder andere Sache, die sie niiiiie machen würde, hab' ich schon reingeschummelt. Was auch gar nicht mehr so schwer war, als sie von der mittleren Generation des Herdes verwiesen wurde.



Für die überarbeitete Version von Omas Krautfleckerl braucht man:

1 Weißkraut
1 große Zwiebel
3 Knoblauchzehen
1/2 daumengroßer Ingwer
40g Butter
Zucker
Essiggurkerl-Essig
gemahlener Kümmel
Salz, Pfeffer
Sesamöl
Speck
schwarzer gerösteter Sesam
500g Fleckerl


Das Weißkraut kommt am besten in die Küchenmaschine und wird dort gehobelt. Da fallen dann keine Späne, sondern längliche Streifen vom Kraut. So soll's sein. Die Zwiebel und die Knoblauchzehen werden gewürfelt, in der Butter angebraten und mit Zucker karamellisiert. Dazu darf dann auch gleich der klein(st) geschnittene Ingwer. Ist alles schön braun, wird mit dem Essig abgelöscht und das Kraut kommt zum fröhlichen Dünsten dazu. Der gemahlene Kümmel (wenn man mag, muss er nicht gemahlen sein, aber dann beißt man halt mal auf eine ordentliche Ladung – einen echten Kümmelländler= Österreicher wird das sicherlich nicht stören), das Salz, der Pfeffer und das Sesamöl werden auch untergemischt. Jetzt dauert's leider ein bisschen, bis das Kraut weich gedünstet ist, aber es lohnt sich.

Die Fleckerl (also die Nudeln) werden in Salzwasser gekocht und anschließend unter das Kraut gehoben. Alles schön vermischen, nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken und sich dem Speck zuwenden. Dieser wird gewürfelt und in einer Pfanne (ohne Öl oder sowas!) knusprig gebraten.
Hat der Speck die gewünschte Knusprigkeit erreicht, kann angerichtet werden. Dazu gibt man die Krautfleckerl auf den Teller und den Speck gemeinsam mit dem schwarzen gerösteten Sesam darüber.



Von der Oma überprüft und vom Opa für gut befunden!


Donnerstag, 31. Oktober 2013

Zeit zum Gruseln und Naschen

Horrorfilmen kann manch einer ja wirklich gar nix abgewinnen. Manch einer – also ich. Wobei ich das mit 14 noch nicht wusste. Genauso wenig hat man als Teenager Kenntnis darüber, dass so eine Halloween-Party auch ganz schön zum Gruseln sein kann. Also weniger die Geschichten und die Kostüme, aber dafür umso mehr die Reaktionen von den Nachbarn in einem kleinen österreichischen Dorf, das von amerikanischen Bräuchen eben auch so wenig hält, wie manch einer von… eh schon wissen.


Als man dann zum gemütlichen Teil des Abends überging, sich die Teenager-Monster also wieder in ihre Höhle verkrochen hatten, war's dann auch wieder gut. Bedenkt man, dass "gemütlich" mit langsam Tanzen und Höhle mit dem engen Matratzenlager gleichbedeutend ist, hat man den amerikanischen Lifestyle aber echt gut durchgezogen. Aber warum daraus nicht die erste Folge "Teenager werden Mütter" entstanden ist, fragt man sich (aus einer Außenperspektive versteht sich) heute noch.



Ein Jahrzehnt später schüttelt man halt den Kopf über die eine oder andere Erinnerung und freut sich mehr, wenn am 31.10. die Kinder in Kostümen an der Tür läuten. Brüllen sie einem dann aber "TRICK OR TREAT!" in's Gesicht, drückt man ihnen einen Brownie in die Hand und lässt mit einem Lächeln, aber äußerst bestimmt die Tür wieder in's Schloss fallen.

Woher die Brownies jetzt auf einmal kommen? Na, die hat man doch schon längst vorbereitet, und zwar mit:

100g Butter
125g Zartbitterschokolade
200g Zucker
50g Kakao
1,5 TL Backpulver
1 Pkg. Vanillezucker
120g Mehl
125g Sauerrahm
30ml Kaffee
3 Eier
Schuss Rum
100g gekochte Maroni

Die Butter lässt man schmelzen und wieder etwas abkühlen. Bis dahin vermengt man den Zucker, den Vanillezucker, den Kakao, das Mehl und das Backpulver. Danach schlägt man die Eier schaumig, gibt die Butter hinzu und gibt das zum Trockengemisch. Ist das getan, mixt man alles durch, gibt noch den Sauerrahm, den Kaffee und den Schuss Rum (ohne den geht's hier nämlich nicht – die Kinder werden sich freuen) dazu und hebt die schon längst gehackte Schokolade und die gehackten Maroni darunter.
Ab in eine (Auflauf-)Form und in den Ofen bei 150° Heißluft für 30 Minuten. Jetzt noch ein bisserl gruselig lachen und der Abend kann kommen. (Sollte jemand fragen, was das denn jetzt überhaupt mit Halloween zu tun hat, verweist man auf die Form von den Maroni. Mit etwas Phantasie kann man denen nämlich ein Aussehen wie ein Gehirn attestieren.)


Happy Halloween!



Sonntag, 27. Oktober 2013

Wenn man eine Jahreszeit auf's Brot geben könnte...


... dann wären das jetzt eben Pilze und rote Rüben (bei 10mal so vielen Menschen eher als rote Beete bekannt). Und weil man die am liebsten frisch hat und der Naschmarkt so greifbar nahe ist, kauft man die als (Wahl-)Wiener selbstverständlich auch dort. Die beste Zeit dafür ist übrigens der Freitag oder der Samstag – nicht weil da besonders viele Menschen sind und man's gern ein bisserl kuschelig mag, sondern weil da die Auswahl noch größer ist. Da gesellen sich nämlich zu den regulären Ständen noch ein paar regionale dazu. Ja und was es dann alles gibt, da geht einem's Herz auf.

Für einen bekennenden Herbstliebhaber zeichnet diese Unternehmung vor allem der leicht rauchige Geruch, die Mischung von der Wärme der Läden gemeinsam mit der Kälte des nahenden Winters und natürlich die Gemüsesorten, die's nur zu dieser Zeit gibt, aus. Ja, jetzt darf einmal wohlig geseufzt werden. Seufz.






So. Jetzt aber zum Herbst auf dem Crostini:

1 rote Rübe
5 Kräuterseitlinge
1/2 Stange Lauch
1 Knoblauchzehe
1/2 TL Kreuzkümmel
Thymian
Rosmarin
Feta
Kresse
Olivenöl und Balsamico
Salz, Pfeffer

ca. 5 Scheiben dunkles Brot

Die rote Rübe muss zuerst ran. Ihr schneidet man das Blattwerk ab, wäscht sie, trocknet sie ab und wickelt sie in Alufolie. So eingepackt wandert sie in den kalten Backofen. Zu machen und auf 180° Heißluft einstellen. Die Wärme genießt sie dort für 90 Minuten.
In der Zwischenzeit putzt man die Pilze und schneidet sie in Streifen. Ähnlich verfährt man mit dem Lauch, nur dass sich da Ringe ergeben.
Sind die 90 Minuten verstrichen, lässt man die Rübe etwas auskühlen, denn bevor sie geschält wird wendet man sich noch den Pilzen zu, sonst verbrennt man sich die Finger. Hier wird aus Erfahrung gesprochen. Die Kräuterseitlinge kommen zu den in Olivenöl angebratenen Lauchringen und erfahren das gleiche Schicksal wie diese. Sie werden angebraten und mit Salz, Pfeffer, Thymian und Rosmarin gewürzt. Hat man die Rübe geschält und rote Finger bekommen, schneidet man sie in Scheiben, die man aber wieder in der Mitte oder so teilen kann. Den Anspruch gleich auszusehen, gibt's hier nicht. So geschnitten wird die Beete mit Olivenöl, Balsamicoessig, Salz Pfeffer und dem 1/2 TL Kreuzkümmel gewürzt.



Das Brot (hier war's eine zwiebelige Sorte) hat man natürlich schon längst rustikal aufgeschnitten und mit etwas Olivenöl und einer halben Knoblauchzehe (sie und ihre andere Hälfte wurden nämlich schon mit dem Lauch gemeinsam angebraten) eingerieben. Dann heißt's: Ab in die Pfanne und kross werden. Damit's halt auch Crostini werden.

Ist das alles erledigt, geht's ans belegen. Bei der Pilzvariante kommen eben diese einfach d'rauf. Für die andere Version, kommen zuerst die marinierte Rübe, dann etwas zerbröselter Feta und die Kresse an die Reihe. Wer mag darf sich hier auch noch mit Balsamicocreme austoben.



"G'schmeckt hat's", hört man's munkeln.