Sonntag, 15. Dezember 2013

X-MAS Dinner – Die Hauptspeise



"Wir sagen euch an den lieben Advent..."
Ich muss sagen, ich habe eine ausgezeichnete Singstimme – zumindest konnte ich dieser Aussage mit ein paar minimalen Abzügen, womit sie eher als "gut" oder "ganz ok" zu bezeichnen ist, bis vor ein paar Jahren absolut zustimmen. Mit der Liebe kam dann aber auch die Realität und mittlerweile ist das Singen während der gemeinsamen Autofahrt verboten oder sagen wir so, es wird auf den alleinigen Duschgang verschoben. Warum diese Erkenntnis so spät gekommen ist? Na, weil manch einer die falschen Töne schlicht nicht hört. Auch hört er sie dann nicht, wenn er sich die Finger am Gitarrenhals fast abbricht und die Familie das i in der Stillen Nacht am Weihnachtsabend länger als üblich dehnt. Warum die das auch nicht bemerkt haben? Na, weil alle in dieser Familie mit einer eher unmusikalischen Natur gesegnet sind. Bis auf eine, aber die hat's dank ihrer mütterlichen Liebe eben auch nicht mitbekommen. Stock und steif behauptet sie alle Jahre wieder, während wir den Tannenbaum für sein Grün auch an kalten Tagen loben, dass ihre Tochter singen kann. Das tut diese dann auch und der Liebe bleibt nichts anderes übrig als mit dem Kopf zu schütteln und auf ein schnelles Ende zu hoffen.



Anders ist's beim Essen. Damit kann man ihm nämlich schon schön tun. Also auch ich.
Deswegen gibt's dieses Jahr am weihnachtlichen Tisch Schweinefilet auf warmem Krautsalat mit Mini-Kartoffelknöderln und dazu braucht's:

2-3 Schweinefilets (unter Österreichern eher als Schweinslungenbraten bekannt)
2-3 Knoblauchzehen
Butter
Salz, Pfeffer

1 Krautkopf
2 Zwiebeln
Essig
Speck
Kümmel
Wacholderbeeren
Wasser
Salz, Pfeffer

450g mehlige Kartoffeln
2 EL Mehl
2 EL Speisestärke
1-2 Eier
Muskatnuss
Majoran
Salz




Das Kraut darf zuerst unter's Messer und wird nudelig geschnitten (die Küchenmaschine würd's aber auch gut machen). Den Zwiebeln geht's ähnlich, nur dass ihr Format würfelig ist, genauso wie das vom Speck. Der kommt auch gleich in einen großen Topf und wird etwas angebraten, bevor auch die Zwiebelwürfel dazu dürfen. Danach kann auch schon das Kraut dazu, das mit Essig und anschließend Wasser aufgegossen wird. Das Wasser kann gut gesalzen werden und auch noch mit dem Kümmel und den Wacholderbeeren gewürzt werden. So lässt man alles köcheln und schließt später noch mit Pfeffer ab.

Natürlich hat man auch schon die Kartoffeln gekocht, sodass man sie jetzt entweder pressen oder ordentlich stampfen kann. Vermischt werden sie mit dem Mehl und der Speisestärke, außerdem kommen noch das Ei und die Gewürze dazu. Auch hier darf man nicht auf's Salz vergessen! Ist alles gut vermengt, kann man kleine Knödel formen, die für 5-10 Minuten im gesalzenen simmernden Wasser baden gehen.



Das Fleisch brät man im Ganzen gemeinsam mit den Knoblauchzehen in einer Pfanne scharf an, bevor es mit einem Stück Butter, Salz und Pfeffer in Alufolie gewickelt wird. So eingepackt kommt es bei 150° Heißluft für ca. 15 Minuten in den Ofen. Länger empfiehlt sich nicht, da es sonst nicht mehr so schön rosa ist.



Merry Christmas!


Sonntag, 8. Dezember 2013

X-MAS Dinner – Die Vorspeise


Während andere Kekse backen und Last Christmas schmettern, wird hier gebacken und auch noch gekocht. Gibt's nicht? Doch. Immerhin muss ja das Weihnachtsdinner kreiert werden, weswegen diese Woche eine Vorspeise zum Besten gegeben wird, die klassisch, regional und dazu auch noch weihnachtlich ist. Ja, ja. Das volle Paket, kann man sagen. Wer sich jedes Jahr auf's Neue die Haare rauft, weil die Ideen für den Abend der Abende einfach nicht kommen wollen, darf sich entspannt zurücklehnen, einen Keks in den Mund schieben und gemütlich weiterlesen. Ein Service wird hier geboten. Darf's noch ein Kaffee dazu sein?
Aber genug der Lobhudelei, dazu ist auch noch genug Zeit, wenn die Wurzelsuppe mit Orangen-Olivenöl vor einem steht. Ist dem nicht so, gibt's ja auch noch die Geschenke, über die sich gefreut werden kann.



Zum richtigen Wurzeln braucht's:
3-4 Pastinaken
3-4 Petersilienwurzeln
1/4 Sellerie
2 gelbe Karotten
2 Bananenschalotten
Schuss Noilly Prat
Chili
Muskatnuss
Rosmarin
Liebstöckel
Pfeffer, Salz
1,5 l Gemüsebrühe
1/2 Becher Sahne
Orange
Olivenöl





In Öl schwitzt man die geschnittenen Schalotten an, löscht mit Noilly Prat ab und befördert anschließend alles an Wurzelgemüse in gewürfelter Form in den Topf. Mit heißer Gemüsebrühe wird immer wieder aufgegossen. Gewürzt darf natürlich auch schon werden. Ist alles schön weich gekocht, zückt man den Pürierstab und lässt keine Wurzel entkommen. Danach lässt man die Suppe nochmals aufkochen. In der Zwischenzeit vermischt man den Saft der Orange mit dem Olivenöl und schlägt die Sahne steif. Wem's noch nicht feurig genug ist, darf sich mit der Chilimühle austoben oder generell noch ein wenig nachwürzen. Ist die Suppe im Teller, kommt ein Sahnehäubchen oben d'rauf und das Öl wird darüber geträufelt.



Lasst das (Weihnachts-)fest beginnen!


Sonntag, 1. Dezember 2013

Aufg'wärmt is nur a Gulasch guat – aber das dafür so richtig.



Diese Weisheit lernt wohl jeder im Laufe seines Lebens. Die einen früher, die anderen später – aber das mit Sicherheit. Wer den ersten Teil nicht bestätigen kann (was ja durchaus vorkommen mag, sonst würd' sich die Regel ja nicht bestätigen und das wär' ja auch nix), der schwört zumindest auf den zweiten. Weil so ein Gulasch nicht allein daher kommen kann, vor allem dann nicht, wenn's subtil aber doch auch irgendwie um die Partnerwahl geht, gibt's natürlich eine Begleitung. Da das Gulasch eher vom bikulinarischen Ufer ist, sind das mal ein Semmel- oder Serviettenknödel, Nockaln oder auch Kartoffeln. Traditionell kann man aber natürlich auch was vom Bäcker seines Vertrauens erwerben. Wer dabei aber ein bisserl rebellisch sein will, greift nicht zur klassischen Semmel (wobei die natürlich auch zu empfehlen ist), sondern bestellt beim Joseph ein Salzstangerl vom Pheinsten.




Weil der Papa hat ja schon gesagt:"Aus dem Brotkerbal im Gasthaus, nimmst dir immer ein Salzstangerl. Das is des Beste! Außer... wenn'st mit mir bist, weil dann kriags nämlich i." Irgendwie hab' ich's aber doch geschafft während meiner Kindheit das eine oder andere Salzstangerl auch selbst zu verspeisen, zumindest hatten die vom Papa meistens ein knuspriges Ende weniger, wenn er grad mal nicht her g'schaut hat. Dieses Wochenende schaut er auch nicht her, weswegen die Mama ins weit entfernte Wien gereist ist und den 1. Adventssonntag mit ihrer Tochter und deren 1. Gulasch feiert.


Das Rezept vom Gulasch von seiner Mutter hat der Papa aber mitgeschickt. Weil das halt auch das beste ist, meint er.

500g Gulaschfleisch (vom Rind versteht sich... und am besten Wadschunken)
500g Zwiebel
Tomatenmark
edelsüßes Paprikapulver
scharfes Paprikapulver
viel Majoran (das dürften 3 TL gewesen sein)
leicht gemörserter Kümmel
Wasser
Salz

Die kleingewürfelten Zwiebeln werden in einem Topf angeröstet, bevor auch das gewürfelte Fleisch dazu kommt. Ist es rund herum angebraten, werden 2 TL Tomatenmark eingerührt und auch die zwei Paprikasorten kommen rein. Von der scharfen Sorte nimmt man so viel, wie man's eben scharf mag, von der anderen sind's ca. 2 TL. "... und auf keinen Fall vergisst du mia den Majoran! Der ist b'sunders wichtig!", hab' ich die Oma in den Ohren. Also halten wir's auch so, bitte. 1 TL des gemörserten Kümmels und ein halbes Glas Wasser noch rein und dann geht's an's Köcheln lassen. Zwischendurch umrühren, Wäsche abhängen, etwas Wasser nachgießen, Wäsche wegräumen, umrühren, telefonieren, nachgießen, ... und das alles auf kleiner Flamme. Nur Geduld, das Fleisch soll ja auch schön weich werden. Etwa 2 Stunden später ist's dann eh schon so weit. Wer auf sein Gulasch dann auch so stolz ist, hat alle Zeit der Welt es zu fotografieren. Denn das Schöne ist ja, aufg'wärmt schmeckt's halt nochmal besser.



Moizeit banond!



Samstag, 23. November 2013

Jö! Wer wird da denn 80 Jahr'?


Wer so viele Jahre eine Vorbild-Oma war und ist, hat sich zum Ehrentag natürlich was ganz b'sonderes von den Enkerln verdient. Die Geschenkpalette reichte von einer Tube Bepanthen, über eine selbst gemachte Backmischung und einen Friseurgutschein bis zu einem schunkeligen Abend beim Mostbauern. (Und was das ist erklärt natürlich niemand besser als Frau Wikipedia. Zumindest ansatzweise. ERKLÄRUNG.)

Jaja, da haben wir uns freilich nicht lumpen lassen, weil wir gebürtigen Oberösterreicher, was das Feiern angeht so einiges auf dem Kasten haben. Auch wenn zur musikalischen Unterhaltung das Vorarlbergs Wälder Duo angereist ist. Was sich für manch einen teilweise wie eine Fremdsprache anhört, berührt das Patriotenherz und lässt der Elfi (ja, jetzt wird der Name des Geburtstagskind enthüllt. Also Trommelwirbel bitte.) ihr Tanzbein ganz schön kribbeln. So will man's haben.

An der guten Bestückung des Kuchenbuffets hätt's natürlich auch nicht mangeln dürfen, deswegen war die Elfi einem jeden Bäcker mit Beharrlichkeit auf den Fersen, damit die Schleckermäuler aka die Gäste ordentlich verwöhnt werden können. Da darf die Enkelin dann also nochmals antreten. Und das mit einer Kindheitserinnerung aus Nachbars Garten – eine Maronitorte die damals und heute verzaubert.



150g Butter
150g Zucker
150g geriebene Mandeln
1 geriebene Schokorippe
4 Eier
Rum
Zimt

375g Kastanienreis
50g Zucker
1 Pkg. Vanillezucker
Rum
Himbeermarmelade
375ml Sahne
1 Pkg. Sahnesteif




Damit diese Gaumenfreude auch gelingt, schlägt man die Butter schaumig und rührt das Eigelb mit der Hälfte des Zuckers ein. Das Eiweiß lässt man freilich auch nicht verkommen und schlägt's mit der zweiten Hälfte Zucker zu Schnee. Dann mischt man die restlichen Zutaten unter und der Tortenboden darf bei 170° Heißluft für 40 – 50 Minuten in den Ofen wandern. Eine Nadelprobe gibt Auskunft über die genaue Backzeit.

Den ausgekühlten Boden bestreicht man mit einer ordentlich dicken Schicht Himbeermarmelade, bevor man die mit dem Päckchen Sahnesteif steif geschlagene Sahne darauf platziert. Ist das getan, bereit man den Kastanienreis mit 50g Zucker (ob mehr oder weniger bleibt dem gewünschten Süßegrad überlassen), einem kleinen Schuss Rum und dem Vanillezucker zu. Die Masse wird löffelweise in eine Kartoffelpresse gegeben und über die Sahneschicht gepresst. Dabei sollte man nicht so viel auf einmal hineingeben, außer man verfügt über Muskeln – und zwar nicht zu knapp. Das macht man so lange, bis der Boden bedeckt ist. Aus dem übrig Gebliebenen formt man kleine Kugeln und setzt sie auf die Torte nach Belieben.



Die Party des Jahres kann steigen!