Samstag, 11. Januar 2014

Das Original – oder zumindest aus einer Wiener Küche. Die Sachertorte im Kasten.


Mit der Globalisierung hat sich die Welt verändert. Und mit der Welt hat sich die Menschheit verändert. Daraus können dann etwa trilinguale Kinder, der Jetlag als Allerweltsproblem oder die Modernisierung des Sextourismus entstehen. Denn Zweisprachigkeit, eine "am Schensten is hoid doch daham!"-Attitude und Bierbäuche in Thailand waren gestern. Man geht ja mit der Zeit. Und eh man sich versieht, befindet man sich in einer Fernbeziehung und ist eben besagter Sextourist von heute. Nun gut, natürlich geht's auch häufig um den geistigen Austausch, aber dafür bietet auch das Telefon zahlreiche Möglichkeiten in den Latenzphasen eines solchen Beziehungstyps.

Sei's wie's sei. Als guter Partner bringt man ab und an auch was mit – und was könnte das aus Wien sein? Eh klar: Sachertorte. In die hat er sich nämlich verliebt, aber das war ja eh schon lange vor mir. An dieser Liebe hält er nämlich sehr verbissen fest. Keine Krise (in Form von Diäten), die nicht gemeistert werden konnte.
Nachdem er nun also diese Woche im neuen Jahr seinen Geburtstag feiern darf, versteht sich's eh von selbst... oder nicht? Na, Sachertorte, muss's geben.



Bei der Individualisierung eines solchen Klassikers sollte man sehr vorsichtig sein. Das Hotel Sacher bewahrt ja nicht umsonst sein Geheimrezept in einem Safe auf. Man war dann aber doch so freundlich und hat es in leicht abgewandelter Form auch für den Hausgebrauch im Kochbuch herausgebracht. Eine kleine (wirklich kleine) Änderung hab' ich mir dann aber doch nicht nehmen lassen. Also ab in die Kastenform und eine zweifache Marmeladenschicht bitte!

Angepasst an diese Formgröße braucht man also:
130g zimmerwarme Butter
100g Staubzucker
1/2 Vanilleschote
5 Eier
120g Schokolade
100g Zucker
130g Mehl
1 Messerspitze Backpulver (Abweichung vom Rezept)
Marillenmarmelade

(Bevorzugt man die Springform, erhöht man jeweils um 10g und fügt noch 1 Ei mehr dazu.)

... und für die Glasur: Schokolade gemeinsam mit Butter.



Die Butter rührt man mit dem Staubzucker und dem Mark der halben Vanilleschote cremig. Danach kommen die Dotter (Eigelb) nacheinander dazu und auch die geschmolzene Schokolade. Das Eiklar wird natürlich auch verwendet und zwar als Schnee, dazu schlägt man sie auf und lässt den Zucker einrieseln. Das kommt dann auf die andere Masse d'rauf und darüber siebt man noch das Mehl. An dieser Stelle kommt bei mir dann auch noch eine Messerspitze Backpulver dazu und alles wird mit einem Löffel gut vermengt.
In die Kastenform kommt Backpapier und die Ränder werden gebuttert. So ist sie gut vorbereitet, dass der Teig hinein kann. Gebacken wird er bei 170° Ober- Unterhitze ca. 50 - 60 Minuten. Die ersten 10 Minuten, schiebt man z.B. einen Kochlöffel in die Backofentür, damit sie einen kleinen Spalt offen bleibt.

Ist der Kuchen fertig und abgekühlt, schneidet man ihn in dieser Variante zweimal durch und bestreicht die Flächen mit der Marillenmarmelade. Wem das noch zu wenig Marmelade ist, darf sich nach dem Zusammensetzen gerne austoben und auch noch rundherum streichen. So lässt man's etwas antrocknen und schon kommt die nächste Abweichung vom Rezept. Für die Glasur wird hier nämlich einfach nochmal Schokolade mit etwas Butter geschmolzen und der Kuchen damit zur Gänze überzogen.
Jeder sollte seine Schokoglasur so machen, wie er sie selbst am besten hinbekommt – künstlerische Freiheit also.



Ein Kuchen für Herz und Seele.
The one and only.


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